FRAM Podcast

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00:00:00: Also ich hab Ausschlag, sag mal was.

00:00:02: Hast du ausschlagt?

00:00:03: Das tut mir leid!

00:00:04: Da kann man was gegen

00:00:05: tun.

00:00:05: Während die Einspieler haben auch Ausschlag... Ja das ist immer der Running Gag.

00:00:10: Ist das

00:00:10: ein Running Gags?

00:00:11: Also

00:00:11: habe ich festgestellt bei den Podcasts, die ich immer aufnehme, mit zu sagen, ah ich habe Ausschlag sehr gut.

00:00:16: Ah okay also reagieren auch andere Leute so darauf wie

00:00:20: ich.

00:00:20: Tatsächlich schon.

00:00:24: Hallo mein Name ist Andre Baumeister und ich bin der Host des Fram-Podcastes.

00:00:29: Und wie auch eines die Framen, das Schiff welches Friedhof Nansen in Richtung Nordpol und Roald Amundsen erfolgreich zum Südpol brachte, verstehen wir uns als Plattform für Reisende, Abenteurer und Wissenschaftler welche die Welt und ihre zahlreichen Lebensräume mit anderen Augen sehen.

00:00:44: Dieser alten Reisephilosophie folgend wollen wir uns hier mehr Zeit nehmen für die faszinierenden Zusammenhänge Geschichten und Abenteuer, die uns diese Welt und Ihre Bewohner erzählen können.

00:00:58: Oder wir starten diese Folge heute mit einer kleinen Reise.

00:01:01: Wir reisen heute in einer Region, in der wir schon mal zusammen unterwegs waren.

00:01:06: Und ich war in der Vorbereitung zu dieser Folge ganz fasziniert, denn als wir miteinander sprachen und Grönland.

00:01:16: Wir waren auf Spitzbergen zusammen und wir waren zusammen, und darum geht es heute in den Alpen.

00:01:22: Und deine Aussage zu diesem Thema und dieser Reise, zu dieser gemeinsamen Exkursion die wir gemacht haben ja spiegelt auch so ein bisschen meine sich immer wieder regenerierende Faszinationen für diesen Raum wieder also für die Alpen Wo man ja eigentlich immer wieder sagt, und ich hatte tatsächlich letztens irgendwann so eine Diskussion hat sich halt gesagt, ich finde die Alpen unglaublich spannend.

00:01:45: Da kam echt so ein ... wie langweilig!

00:01:48: Also da hat mich jemand gefragt warum was für ne Region nicht denn unglaublich am interessantesten finden würde von all den Reisezielen, die wir in unserem Portfolio haben oder von an den Zielen die ich schon bereist habe?

00:02:01: dann sehr fasziniert über die Alpen gesprochen und das war wohl für meine Interviewpartnerinnen in dem Fall eher enttäuschend oder langweilig.

00:02:10: Aber ich fand es ganz interessant, wir haben ja auch darüber geredet und du hast mir gesagt wortwörtlich von all den Reisen, die wir zusammen gemacht haben wäre unsere Exkursion durch die Alpe also wir haben eine Alpenüberquerung zusammengemacht Die Tour, die Du auf jeden Fall noch einmal wiederholen

00:02:28: wollen würdest Ja!

00:02:29: Das stimmt Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass das in dir so viel auslöst.

00:02:35: Ich hatte das eigentlich nur mal irgendwie so locker vor mich hingesagt und das ist wirklich gar nicht für diesen Podcast ausgelegt gewesen sondern es war einfach unüberlegt vorsichtig dahin gesagt.

00:02:45: aber ich kann da auch für mich nur sagen wenn ich auf diese Touren eben an der Stelle zurückblicke Und die Touren die du durchführst haben ja dann doch immer einen festen Ablauf Einfach organisatorisch irgendwo muss man halt hin und irgendwo muss Man halt hergehen.

00:02:59: Und wenn ich mir das so angucke, allein bei den Alpen der Einfluss des Wetters auf dass durchwandern dann dieser Region stelle ich mich komplett unterschiedlich vor.

00:03:10: Wenn wir ein anderes Wetter auf der Tour hätten, wenn ich es nochmal machen würde im Vergleich zu der letzten Tour als wir es gemacht haben.

00:03:17: Allein damit geht's schon mal so als solches los und dann glaube ich auch, dass du bei der Alpentour auch immer so ein bis zwei Hütten je nach Buchungslage vielleicht noch einmal variiert ist.

00:03:29: Das hast du bei unserer Tour nämlich auch gemacht und wir kamen an einer anderen Hütte am Ende raus, wo du so als solches noch nicht warst.

00:03:34: Und vorher sind wir durch ein Tal gewandert, wo Du gesagt hast ach krass!

00:03:40: Hier war ich noch nie.

00:03:41: Und das ist ja nur einen Gipfelgerad irgendwie weiter rechts gewesen... ...und da sah es komplett anders aus.

00:03:49: Für uns für die das alles neu war hat sich das dann nur so niedergeschlagen dass dann da in dem Teil plötzlich die Wanderwege schwieriger zu erkennen waren, weil da offensichtlich nicht so richtig viele Leute hergegangen sind.

00:04:01: Ja du hast natürlich recht... Die Tour hat eine Abhängigkeit vom Wetter auf jeden Fall immer einen ganz anderen Charakter.

00:04:07: ich finde ja sowieso Was man in den Alpen wunderbar machen kann, ist halt einfach Wandern.

00:04:12: Man kann auch woanders wandern und wir waren ja auch beispielsweise auf Grönland wandern...

00:04:16: Aber da ist es was anderes!

00:04:18: Weil die Landschaft als solches ich finde nichts gegen die Arktis.

00:04:22: Ich würde auch voll gerne noch mal irgendwie in die Arke kommen weil mich hat die Luft da oben so fasziniert.

00:04:28: Einfach dieses Atmen dieser Arktisluft.

00:04:31: Aber unterm Strich ist die Landschaft halt doch weniger abwechslungsreich.

00:04:35: Also wenn man über Spitzbergen wandert oder durch Grönland wandert, da passiert nicht so rasend viel wie in den Alpen?

00:04:43: Ja und da stimme ich dir zu!

00:04:45: Und das ist auch das was die Alpen für mich immer wieder aufs Neue so unglaublich faszinierend macht.

00:04:51: Das habe ich bei der Vorbereitung gar nicht für diese Folge sondern vor allem für diese Sommersaison gemerkt.

00:04:59: Mit den Alpen hat ja bei mir ganz viel angefangen.

00:05:03: Emotional, beruflich... Ich hab eine ganz tiefe Verbindung zum Alpenraum der schon in meiner frühsten Kindheit angefangen hat.

00:05:11: und meine ersten Touren die ich für die Uni gemacht habe als Dozent und auch die ersten Toure die ich von Fram gemacht habe das waren alles Reisen in den Alpen, das waren alle so Alpenüberquerungen Und nach über zwanzig Jahren tritt natürlich irgendwann immer irgendeine gewisse Form der Gewöhnung ein.

00:05:31: Und auch bei mir definitiv, also ich fahre jetzt nicht mehr mit der gleichen Euphorie durchs Alpenvorland oder beziehungsweise bin ähnlich euphorisch wenn ich die Alpen zum ersten Mal erblicke wie noch vor zwanzig Jahren, definitiv nicht!

00:05:48: Aber was interessanter Weise immer wieder passiert?

00:05:51: Ich plane das Jahr, ich plane den Sommer und z.B.

00:05:54: auch so einen Podcast Dann steht da immer irgendwo Alpen.

00:05:58: Wir haben immer eine Alpenüberquerung, wir haben dies ja auch ne Karwendel-Durchquerung... Wir haben unsere Schülerprojekt in den Alpen und naja wenn ich dieses Wort lese dann löst das erst einmal nichts bei mir aus weil es normal ist dass ich mich irgendwie mit den Alben auseinandersetze.

00:06:15: Aber wenn ich dann wieder anfangen mich thematisch mit den Bergen, mit den Alpen auseinanderzusetzen.

00:06:20: Wenn ich die Tour wieder plane, wenn ich die Karten vor mir liegen habe und ich muss irgendwas umplanen... Und keine Ahnung!

00:06:28: Ich entdecke neue Wege, ich lese mich wieder in so ein paar Artikel und in ein paar Themen rein Dann löst das bei mir immer wieder aufs Neue die gleiche Faszination und Begeisterung aus, die vor allem darin begründet ist dass dieser Raum so unglaublich vielfältig ist.

00:06:48: Und darin stimme ich dir zu weil... Ich glaube in keiner anderen Region der Welt kannst du bei einer, ich sag jetzt mal Salop Alpenüberquerungen wobei die wenigsten Alpen überqueren wirklich komplette Überquerungen des gesamten Alpenkampf sind.

00:07:04: von Deutschland nach Südtirol durch die Kavendelgebirge, durch die Stubeier oder Öztaler Alpen kannst du so viel naturräumliche aber vor allem auch kulturelle Vielfalt erleben auf so kurzem Raum und dir das vor allem und das finde ich so schön am Wandern.

00:07:21: Du bist ja wirklich den ganzen Tag draußen unterwegs Aber hast immer dazu ein bisschen diesen doppelten Boden dass du halt weißt du musst jetzt nicht wie auf Grönland bei Strönen im Regen Abends dein Zelt aufbauen und hockst dann da erstmal in deinen nassen Klamotten.

00:07:38: Und versuchst irgendwie dieses klamme Gefühl los, wenn du weißt halt immer.

00:07:42: am Ende des Tages hast Du eine wunderschöne Hütte in einer wunderschönen Lage mit richtig gutem Essen und kannst wieder Kraft- und Energietanken und am nächsten Tag gehst Du weiter!

00:07:54: Das Schöne finde ich ja immer wieder.

00:07:55: diese Vorstellung das könntest du theoretisch den ganzen Sommer lang machen.

00:08:00: Du könntest loslaufen an einer Hütte, in der Realität setzt sich das nur noch schwer umsetzen.

00:08:06: Zumindest wenn du mit mehreren Leuten unterwegs bist weil die Hütten halt teilweise insbesondere in Tirol ziemlich gut gebucht sind.

00:08:11: aber Du könntest im Prinzip einfach laufen immer weiterlaufen.

00:08:23: In diesem Zusammenhang habe ich mir gedacht sprechen wir einfach mal so wie ich es auf meinen Reisen auch immer mache ja über die Berge nicht anhand von irgendeiner Transakte also anhand einer Route die man gehen kann sondern wir gehen mal durch so ein länderkundliches Schema heißt das, nachdem ich ganz gerne arbeite.

00:08:46: Durch die Berge und unterhalten uns über die Alpenmal entlang ihrer Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte.

00:08:53: Also chronologisch, wir erzählen einfach mal die Geschichte dieses Gebirges und machen das erst für den Naturraum also unterhalten es erst über die geologische Entwicklungsgeschichte Danach über das sogenannte Pleistozen, also die Landschaftsformung durch die Gletscher und über die Entwicklung des Naturraums.

00:09:13: Und kommen dann mal zu einem Punkt zu sprechen der mir immer besonders wichtig ist in einer wahrscheinlich zweiten Folge und reden über den Kulturraum der Alpen.

00:09:23: denn ich glaube dass es den wenigsten Menschen bewusst, dass die Alpen... Ich kann jetzt gar keine... prozentualen Anteilen nennen.

00:09:32: Aber wir verbinden die Alpen meistens mit einer intakten Natur, mit einer Wildnis sind sie aber größtenteils gar nicht.

00:09:38: und ich glaube den Menschen ist schon bewusst dass die Alpengrösten teils Kulturraum sind also durch den menschen überprägter und stetig veränderter Kulturaum insbesondere in den Tälern oder auch auf den Almen.

00:09:50: Da hört es oft schon auf!

00:09:52: Also da hört die Wahrnehmung der Berge der Alpen als Kulturraum oft schon auf, weil die Natur da so dominant ist und weil man umringt es von der Natur – ob jetzt durch die Berge oder was auch immer -, dass man gar nicht wahrnimmt, dass man sich da oft immer noch in einem Kulturraum befindet.

00:10:12: Und das finde ich immer wieder ganz faszinierend wenn man an den Alpen unterwegs ist.

00:10:15: Die Baumgrenze beispielsweise in den Zentralalpen liegt bei zwei tausend vierhundert Metern.

00:10:21: Ich kann nur jeden dazu anregen, mal in den Zentralalpen wenn man wandern ist und man hat einen Höhenmesser dabei oder eine Uhr die das kann.

00:10:29: Mal oberhalb der Baumgrenze zu gucken wo man sich da befindet und meistens isst man dann eben nicht in zwei tausend vierhundert Metern Höhe sondern deutlich darunter.

00:10:37: Und der Grund dafür ist letztlich nicht einfach der dass die Menschen da über Jahrhunderte über Jahrtausende gerodet haben um beide Flächen zu vergrößern und das sind alles so.

00:10:47: Dinge führen dazu, wenn man sie weiß dass man die Alpen

00:10:52: anders noch mal wahrnehmen kann.

00:10:54: Richtig und vielleicht starten wir einfach mal mit einer Frage an dich und starten vielleicht auch mal direkt mit deiner Wahrnehmung von den Bergen Wenn du dich erinnerst an unsere gemeinsame Alpenüberquerungen was ist dir da in Bezug auf die Natur besonders intensiv in Erinnerung geblieben?

00:11:15: Die Wechselhaftigkeit, ehrlicherweise.

00:11:17: Also wir haben angefangen in Kavendel und da war das, dass das Antlitz der Alpen ein ganz anderes als zwei Tage weiter als im Vergleich dazu nochmal zwei Tage.

00:11:31: Würdest du dir aber als Rampe bauen, dass du noch mal sagen kannst?

00:11:34: Was ich denn da gesehen habe war... Ich hab ehrlicherweise... ...ich weiß noch dieses Karwendelgestein.

00:11:41: Das war viel Sedimentation von irgendwelchen alten Gewässermassen.

00:11:45: Das ist viel so Kalkstein und viel Weiß, viel hell.

00:11:48: Wohingegen ist dann irgendwie zwei-drei Tagesetappen weiter, dann schon wieder ein viel dunklereres Gestein war Als und im Vergleich dazu dann nochmal das wo man in Südtirol auch noch mal hinterher weiter ausgekommen ist.

00:12:00: Also mir ist vor allem diese, diese Wechselhaftigkeit einfach vom Aussehen von dem was man halt als Berg irgendwie wahrnimmt in Erinnerung geblieben.

00:12:09: In Hinbezug auf die zweite Folge.

00:12:12: Das wusste ich aber auch nur weil ich mal in Schottland wandern war oben in den Highlands Das ist mir den Alpen dann eben auch aufgefallen.

00:12:20: Was ist mit den Bäumen gerade nochmal angefangen?

00:12:22: Wie gesagt, das wusste ich aber nur weil ich es in den Highlands gesehen habe.

00:12:25: Weil die Highlands... In Schottland verbindet man ja auch irgendwie immer mit ganz viel grün Fläche und mit grünen Hügeln.

00:12:31: Aber das ist ja eigentlich auch total unnatürlich, weil das war ja irgendwann alles auch mal bewaldet Und genauso war's in den Alpen dann ja stellenweise auch wie es mir dann da aufgefallen ist.

00:12:41: Eigentlich müsste doch hier viel eine ganz andere Vegetation sein als wir sie denn da auch nochmal hier so vorgefunden haben.

00:12:47: Ja, du hast es ja gerade schon gesagt.

00:12:49: Letzteres ist definitiv was, was wir in der zweiten Folge noch mal aufgreifen sollte wenn wir uns sollten, wenn wir über die Kulturlandschaft und die kulturelle Überprägung unterhalten.

00:13:00: zu Geologie

00:13:01: das natürlich tatsächlich ganz spannend und ich glaube nicht nur die Färbung der Gesteine sondern vor allem Der Charakter der unterschiedlichen Wanderwege ist ja auch total

00:13:14: auffällig.

00:13:15: Ja, voll!

00:13:16: Und das ist tatsächlich auf die Geologie zurückzuführen und danke für diese Rampe.

00:13:22: machen wir doch mal diesen kleinen historischen oder erdgeschichtlichen Ausflug in die Entstehung der Alpen denn da müssen wir tatsächlich ein paar Millionen Jahre zurückreisen in eine Zeit In der im Prinzip unsere heutigen Kontinente, wie wir sie kennen alle noch vereint waren in einem... Ja, großen Superkontinent.

00:13:44: Weißt du noch wie der hieß?

00:13:46: Pangea!

00:13:47: Richtig genau.

00:13:48: und ja im Prinzip alle alten Gebirge also alle älteren Gebirgen beispielsweise die Kalidoniden, die Du gerade genannt hast Also die schottischen Highlands Die Aparlachen usw.

00:13:59: sind alles Gebirger, die zurückzuführen sind auf die Bildung von Pangaea also auf den Zusammenschluss dieser einzelnen kontinentalen Bruchstücke zu diesem superkontinen.

00:14:09: Pangaean Vor zweihundertfünfzig Millionen Jahren in einer Epoche namens Trias, das war im Erdmittelalter im sogenannten Mesozoikum begann Pangea langsam aufzubrechen.

00:14:23: Das war so der Beginn der Bildung dessen was wir heute auch als Kontinente wiederfinden.

00:14:30: man erkennt es dann wenn man sich so paleogeografische Karten anguckt.

00:14:34: so heißt das Im fortschreitenden Mesozoikum, also im Erdmittelalter sieht man so langsam wie sich die heutigen Kontinente bilden bzw.

00:14:45: auch identifizieren lassen.

00:14:47: Südamerika trennt sich von Afrika der Nordatlantik bildet sich und das erste wichtige was dann passiert ist im Zusammenhang mit den Alpen war erstmal Sedimentation.

00:15:03: Man muss sich vorstellen, im Norden hatte man den europäischen Kontinent.

00:15:07: So quasi die eurasische Kontinentalplatte und im Süden lag Afrika.

00:15:11: Afrika trennte sich so langsam vom südamerikanischen Kontinent und driftete dann ganz gemächtlich, ganz langsam in Richtung Norden.

00:15:21: Und dazwischen lag das sogenannte Ur-Mittelmäher die Tätis.

00:15:25: Das Tätismäher!

00:15:26: Und in diesem Tätismehr lagerten sich Trias über mehrere, zehner Millionen Jahre Kalkschlämme ab.

00:15:37: Und diese Kalkschlämme oder das Ergebnis dieser Kalksschlemme hast du zum Beispiel im Karwendelgebirge gesehen.

00:15:45: Man nennt das heute die Alpine Trias.

00:15:48: und letztendlich führt man alle Gesteine in den Alpen, die man in den alten findet sowohl in den Ostalpen wo wir unterwegs waren wie auch in den Westalpen zurück auf drei verschiedene Ablagerungsbereiche.

00:16:02: Jetzt musst du dir vorstellen, du hattest im Süden den afrikanischen Kontinent die afriikanische Platte dazwischen das Tätismeer und dem Norden ja den eurasischen Kontinent.

00:16:15: Und bei Kontinent ist es ja immer so.

00:16:18: irgendwann kommt dann der Rand Dann geht's ins Meer dann kommt die Küste.

00:16:23: Der Kontinent is aber noch nicht zu Ende, sondern die Kontinental-Masse oder

00:16:29: die Kruste

00:16:31: verlängert sich noch unter der Meeresoberfläche entlang eines sogenannten Kontinentalschelfs.

00:16:36: Das sind so Flachwasserbereiche.

00:16:39: also wir hatten nochmal im Süden Afrika dem Kontinentalschelf.

00:16:44: Dann kam quasi die Tiefsee der Tethis, das war der zweite Ablagerungsbereich und dann im Prinzip im Norden noch mal das Äquivalent, die Eurasische Platte ebenfalls mit einem Kontinentalschelf.

00:16:57: Und diese drei Ablaggerungsbereiche sind im Prinzip das was man in der Geologie heute auch immer noch differenziert.

00:17:06: Beim afrikanischen Kontinental Shelf bleiben wir mal da.

00:17:09: Das ist das, was wir heute als Ostalpin bezeichnen.

00:17:12: Also die Sedimente und die Gesteine, die wir heute in den Ostalpen insbesondere in Tirol finden sind alle zurückzuführen auf die Sedimenten, die sich auf dem afriikanischen Kontinentalshelf abgelagert haben.

00:17:28: Und ja bei so Shelf also Flachwasser Bereichen

00:17:32: ist es

00:17:32: so, dass sich da hauptsächlich Kalkschlemmen ablagern oder zumindest zu dieser Zeit war's maßgeblich.

00:17:39: Das Oberhalb einer sogenannten Kalk-Kompensationstiefe alle Meereslebewesen und das waren zu dieserzeit vor allem sogenannte Foraminiferen.

00:17:50: Das sind so ganz kleine, winzig kleine Lebewesen die ihr Gerüst aus einer Kalkshale aufbauen sowie Schnecken oder Muscheln zum Beispiel auch.

00:18:00: Und wenn die sterben Man muss sich so vorstellen, es gibt eine Raster-Elektronen-Mikroskopaufnahme davon.

00:18:06: Die passen wirklich in das Öhr einer Nadel, einer Nähnadel und die sinken dann... Also man muss sich jetzt nicht so eine große Schnecke vorstellen sondern wirklich ein winzig kleines Lebewesen.

00:18:15: wenn sie sterben, sinken die zum Grund dieses Kontinentalschelfs Und über wie gesagt mehrere Zehner Millionen Jahre lagern sich eben dort diese Kalkschlemme ab.

00:18:25: Unglaublich mächtige mehrere Kilometer mächtigen Kalkschlämme.

00:18:29: Und um jetzt den Bezug zu dem heutigen Gebirge, also zur heutigen Erscheinungsform der Alpen nicht zu verlieren musste dir vorstellen dass die bekannten deutschen Berge wie jetzt zum Beispiel die Zugspitze.

00:18:42: Also das Wettersteinmassiv oder auch das Kavendel-Gebirge nahezu zu ninety acht Prozent aufgebaut sind aus Kalkschlemmen die zurückzuführen sind auf diese winzig kleinen Meeresdebewesen.

00:18:56: und

00:18:56: Wie ist der Meeresboden dann?

00:18:58: plötzlich dahin gekommen, hat Afrika da Europa irgendwie gerammt oder so?

00:19:02: Ja kann man im Prinzip zu sagen.

00:19:04: So schnell war es natürlich jetzt nicht.

00:19:06: Man muss davon ausgehen dass dann insbesondere in der Kreide also das Erdmittelalter Das sogenannte Mesozoikum wird ja aufgeteilt in Trias Jura und Kreide Und dann so im späteren Jura Setzt man so vor ungefähr so hundert und zwanzig Millionen Jahren den Beginn der alpidischen Eurogenese.

00:19:28: So heißt das also

00:19:29: die Alpenbildung, ne?

00:19:32: Die Gebirgsbildung

00:19:33: an sich.

00:19:34: Ja da begann so langsam schon unter dem Meeresboden aber oder noch unter dem unter der Meeresoberfläche Entschuldigung eine Auffaltung.

00:19:43: Also wir sind noch weit davon entfernt, dass die Alpen und die Gesteine sich wirklich über die Meeresoberfläche emporgehoben

00:19:51: haben.".

00:19:51: Das heißt, die eine Platte hat sich erst mal unterhalb der Wasseroberfläche, unter die andere geschoben?

00:19:57: Und das Auffalten ist quasi angedeutet?

00:20:00: Ja, du musst dir vorstellen dass der afrikanische Kontinent beziehungsweise die afriikanische Kontinentalplatte sich langsam immer weiter in Richtung Norden bewegt hat.

00:20:10: und die Tätis die ursprünglich mal mehrere hunderte knapp über tausend Kilometer breit war wurde nach und nach verengt.

00:20:18: Und die ganzen Sedimente die sich dort abgelagert haben wurden natürlich dementsprechend dann noch

00:20:23: irgendwo hin.

00:20:23: genau

00:20:23: die mussten halt auch irgendwohin.

00:20:25: da spricht man schon langsam von einer Auffaltung.

00:20:28: Jetzt ist es so, dass ich... Ja, grob gesagt so findet man es in alten Lehrbüchern oft noch vereinfacht oder in so ja keine Ahnung oder in den so Touristenführer und Wanderführer.

00:20:40: Da steht das oft noch drin dass sich der afrikanische Kontinent dann langsam über den europäischen Kontinent also über die örasische Kontinentalplatte geschoben hat.

00:20:50: Und das stimmt nicht ganz Denn der africanische Kontinent hat eher eine kleine Mikroplatte Die sogenannte Adriatische Platte vor sich hergeschoben und die wurde über den eurasischen Kontinent geschoben.

00:21:04: Aber das Interessante, was dann passiert?

00:21:06: Man stelle sich das mal bildlich vor nochmal.

00:21:09: Also europäischer Kontinentalchef, dann der Kontinental-Chef des afrikanischen Kontinents Peninikum also beziehungsweise diese Tiefseesedimente.

00:21:19: Der Tät ist dazwischen und so langsam verengt sich dieses Mittelmeer Und ja... Die afriikanische Platte bzw diese Adriatische Platte schiebt sich langsam über den europäischen Kontinent.

00:21:33: Was dann natürlich passiert ist, dass ja im Prinzip die Sedimente also das Äquivalent zu dem was ich gerade beschrieben habe, diese Sedimnte auf der europäischen Seite überschoben werden.

00:21:45: und wenn du heute in die Ostalpen gehst es tatsächlich ganz interessant, wenn du beispielsweise im Allgäu loswanderst, dann hast du dort noch einen Ganz kleinen Streifen

00:21:56: von dieser europäer, von der eurasischen Platte.

00:21:59: Richtig!

00:21:59: Richtig das nennt man das Helvetikum die Tiefseesedimente aus dem Tätismär das nennte man Penninikum und dann kommt das Ostalpin.

00:22:08: Die Ostalpen Und Helvetikum und Penninnikum sind noch zwei ganz kleine dünne Streifen am nördlichen Alpenrand.

00:22:15: Aber dass das OstAlpin Das ist extrem dominant eben in den Ostalben.

00:22:22: Das heißt im Prinzip wandert man, wenn man im Karwendel startet eigentlich die ganze Zeit durch Gesteinsformationen.

00:22:31: Die aus geologischer Perspektive dieser adriatischen Platte zuzuordnen

00:22:36: sind.

00:22:43: aber die Alpen sind ja nicht nur Sedimentation und dieser Dieser Kalkstein Kalkstern ist er relativ hell.

00:22:49: Aber ich habe es ja eigentlich schon gesagt Ab irgendeinem Punkt wurde das Gestein einfach auch wieder dunkler.

00:22:54: Das klingt jetzt so, als würde ich die Steine in den Alpen nur nach hellen Dunkel einordnen... ...das ist natürlich so, sondern dieser Kalkstein hatte ja eine ganz andere, der sah irgendwie brüchiger aus und verleihen auch aus.

00:23:06: Und weiter hinten wurde es aber...ja, ich wiederhole mich!

00:23:09: Ich weiß zum einen dunkler, aber es sah auch irgendwie massiver aus als wäre es ein ganz anderes Gesteinsmaterial.

00:23:17: Also das kann ja nicht homogen sein.

00:23:18: Das kann auch nicht so einfach sein, dass Afrika das Mittelmeer der Einfach über die erasische Platte geschoben hat und dann hatten wir die Alpen sondern da müssen ja irgendwie auch noch andere Entstehungsprozesse mit Beteiligt gewesen sein.

00:23:31: Wie kamen die denn da noch mal mit zustande?

00:23:33: Ja, du sprichst jetzt quasi den Unterschied, den du ja schon eingangs erwähnt hattest zwischen dem Gestein am Nordrand der Alten und du sagst weiter hinten ich glaube du meinst weiter im Süden.

00:23:44: Wir sind Richtung Süd gelaufen.

00:23:47: Tatsächlich gehört das alles zu den Ostalpen und tatsächlich sind alle Gesteine, die wir durchwandert haben auf unserer Tour, dem Geologischen Ostalpin zuzuordnen.

00:23:59: Das heißt, wir waren die ganze Zeit auf Gesteinen, die eben diesem adriatischen Mikrokontinent zuzuortnen sind... Das ja, aber deine Frage ist ja durchaus berechtigt und das weiß jeder der schon mal so eine Alpenüberquerung gemacht hat oder der schonmal in den Alpen unterwegs war.

00:24:16: Und Grenze Intal ist da ja ganz interessant.

00:24:19: Das ist genau der Bereich wo sich das plötzlich ändert.

00:24:23: Dort fällt wirklich auf dass man wenn man dann das Kawendel durchwandert hat und dann absteigt ins Intal und vom Intal dann weiter Richtung Süden in die Stubeieralpen läuft oder auch in die Stubeieralpen blickt.

00:24:36: Man blickt ja dann von dort, wir kommen da meistens oberhalb von Innsbruck raus und der Seegrube kann man ja alles möglich sehen.

00:24:43: Da kann man die Zillertale Alpen sehen, die Stuboeiere Alpen, die Ölztale Alben... Und man sieht ja schon anhand der Färbung.

00:24:48: deswegen also ich finde da auf die Färbung zu achten ist das eine so es durchaus berechtigt.

00:24:54: aber man sieht hier auch dass Gebirge hat einen ganz anderen Charakter ist nicht mehr so steil, nicht mehr schroff Entschuldigung Das sieht man ja auf jeden Fall.

00:25:03: Und da ist tatsächlich was ganz Interessantes passiert, also rein geologisch betrachtet wenn man jetzt auf eine geologische Karte schaut und schaut sich alleine schon einmal die Gesteinsart an, ist da auf jeden fall schon ein Unterschied festzustellen.

00:25:17: wir bewegen uns quasi aus dem Kalksteinen raus ins sogenannte Kristallin.

00:25:22: das heißt wir haben da Gesteine hauptsächlich der Gesteinsklasse, der Metamorphengesteine zuzuordnen sind.

00:25:30: Also deutlich sagen wir es mal einfacher, deutlich ältere Gesteine während die Gesteinen, die wir in den Kalkalpen finden also im Kawendelgebirge eher so aus dem Erdmittelalter stammen vor allem aus der Alpine Trias und so weiß ich nicht vielleicht hundertzwanzighundert dreißighundertvierzig Millionen Jahre alt sind.

00:25:50: teilweise auch deutlich jünger haben wir.

00:25:53: in Den Zentralalpen Also am Alpenhaupt kamen in den Öztaler und Stuberer Alpen Gesteine, die gute dreihundertfünfzig Millionen Jahre alt sind.

00:26:02: Die Gesteinen sind schon mal deutlich älter Es sind andere Gestein.

00:26:06: Da stellt sich aber dann natürlich die Frage Warum sind es andere Gsteine?

00:26:08: Es sind nicht die Gesteiner, die sich während der Sedimentation entwickelt haben, die ich gerade angesprochen hatte also Sedimentations in der Tätis.

00:26:17: Sondern ist im Prinzip der alte man sagt ja paleozoische Sockel auf dem sich diese Sedimente abgelagert haben.

00:26:26: Weil du musst dir vorstellen, sondern Continental Shelf der muss ja auch irgendeine Basis bieten, auf der sich dann diese Sedimenten ablagern können.

00:26:33: das sind natürlich deutlich ältere Gesteine.

00:26:36: und diese Kalksteine haben sich auf diesem auf diesem alten kristallinen Sockel also aus diesen alten Gestein aus dem Paleo Zolkum aus dem Erdalter Tum abgelangert.

00:26:47: Und durch die Alpen Bildung also durch die Urgenese durch die Gebirgsbildung hat sich Dieses Kalksteinpaket, also diese mesozoischen Kalksteine gelöst von dem alten Sockel.

00:27:02: Und die sind... man sagt jetzt Allochton, also ortsfremd in Richtung Norden geglitten.

00:27:07: Also der alte Sockel auf dem sich diese Kalk Steinen ursprünglich mal abgelagert haben wurde freigelegt durch diesen Prozess.

00:27:15: Einfach weil das wollte ich... Die Frage ging mir nämlich die ganze Zeit schon im Kopf rum.

00:27:19: Kalk stein ist doch auch nicht besonders fest Also im Vergleich zu anderen Steinen, sondern das ist ja eher ein brüchiges Zeug.

00:27:27: Das heißt wenn du davon sagst es ist ortsfremd irgendwo anders hingeschoben worden... ...ist das quasi so'n Stück weit abgebrochen und weiter nach Norden gerutscht?

00:27:35: Das sind viel schnellere Begriffe, die hier benutze als in der Geologie adäquat sind.

00:27:43: Aber weißt du was ich meine?

00:27:44: Kann man sich das so ein Stück weit so vorstellen... Da kommt dann so eine sedimentierte Kalkschicht, die schiebt sich irgendwie auf so einer anderen Platte weiter nach oben.

00:27:53: Gleichzeitig drückt sie von unten mit dem Sockel da irgendwie nochmal gegen und ab und zu bricht dann da irgendwie so ein Stück ab und wandert dann irgendwie noch mal eigenständig weiter und der Sockel kommt dann darunter wieder zum Vorschein.

00:28:05: Ja,

00:28:05: wandern ist wahrscheinlich

00:28:07: immer noch zu schnell.

00:28:08: Ist mich schon bewusst

00:28:09: völlig falsch.

00:28:10: Also rutschen trifft es dabei schon eher?

00:28:13: Du musst dir das so vorstellen!

00:28:14: Das ist halt ganz interessant.

00:28:16: Man hat halt wenn man von den Alpen redet natürlich immer so dass heutige Relief also die heutige Form der Alpen mit vor allem diesen ganz großen ausgeprägten Längstälern wir haben gerade schon das Intal angesprochen und so weiter vor Augen.

00:28:29: aber man muss sich halt vorstellen... Also das Urgebirge, so kurz.

00:28:36: Man sagte mal im Terziere, also mit dem Ende des Mesozoikums um es einmal zeitlich einzuordnen.

00:28:45: Am Ende der Kreide vor fünf und sechzig Millionen Jahren sag ich mal ganz gerne, ist so der Zeitraum wo die Dinosaurier ausgestorben sind.

00:28:53: Mit dem Ausstärm der Dinosauria begann das Terzier Vor fünf, sechszig Millionen Jahren.

00:28:58: Und erst dann im Terziere, also in diesem letzten Kapitel der Erdgeschichte haben die Alpen sich in einer zweiten... im wichtigen Phase vor ungefähr fünfzig Millionen Jahren langsam als Gebirge über den Meeresspiegel in Poa gehoben.

00:29:16: Letztendlich versuche ich das immer so zu vergleichen mit einem Berg, in einem Sandkasten.

00:29:23: Man stelle sich vor man sitzt jetzt mit seinem Kind im Sandkast und schiebt einen Berg auf.

00:29:29: Man schüttet ihn nicht auf sondern man schiept.

00:29:31: dann entstehen ja auch nicht diese prägnanten Längstähler, wie wir sie aus den Alpen kennen.

00:29:38: Sondern im Prinzip entsteht ein Berg mit einer Erhöhung in der Mitte, einem höchsten Punkt in die Mitte und Abdachungen sowohl nach vorne als auch nach hinten also in dem Fall Süden- und Norden.

00:29:51: Und so muss man sich das mit den Alpem vorstellen.

00:29:54: Wenn man sich dieses Relief vorstellt macht es viel mehr Sinn dass so ein Prozess wie der, den du gerade nochmal beschrieben hast.

00:30:03: Also dieses Abtrennen dieser Kalksteinenmassen von dem paleozoischen Sockel und dieses langsame Abgleiten in Richtung Norden macht natürlich viel mehr Sinn wenn man sich das Relief des Ureliev der Alpen eben genauso vorstellt.

00:30:21: Und so muss man das auch.

00:30:22: Es gibt ganz spannende Literatur dazu, wie man sich die Reliefentwicklung der Alpen vorzustellen hat, insbesondere in dieser frühen Geschichte der Entstehungsphase.

00:30:33: und zum Beispiel gibt es Bereiche in den Kalkalpen.

00:30:36: Dort findet

00:30:36: man

00:30:37: Gesteine bzw.

00:30:38: keine Gestein, sondern Minerale aus... Den Zentralalpen.

00:30:42: Also kleine Mineralbruchstücke aus den Zentral-Alpen, die dort durch Erosionsprozesse hin transportiert wurden.

00:30:51: Sehr verwitterungsresistente Minerale.

00:30:53: und das geht natürlich nicht wenn man sich vorstellt dass da diverse Taylor zwischen sind.

00:30:58: Nee über die Taylor

00:30:59: kommt sie rüber?

00:31:00: Genau richtig!

00:31:01: Und ja insofern muss man sich auch da schon deswegen sage ich immer gerne Perspektivwechsel auch die Entstehung der Alpen als Prozessvorstellen, indem sich das antletzte Alpen also das Relief so wie wir es heute kennen nach und nach erst entwickelt hat.

00:31:17: Du hast dazu gerade schon ein anderes Wort was mir gerade bei Kalkstein noch mal stärker im Kopf von der Möndrom geschwört ist nämlich die Erosion.

00:31:27: ja inwiefern

00:31:29: ist denn der der der Socke auf dem sich das sedimentierte Gestein gebildet hat?

00:31:35: Inwiefern ist das denn auch durch Erosion noch mal weiter nach oben gekommen?

00:31:40: Weil Kalkstein wird doch bestimmt auch durch Wasser relativ schnell ausgespült, oder?

00:31:45: Ja.

00:31:46: Das müsste man sich jetzt regional halt anschauen.

00:31:49: Also Erosionen und vor allem Verwitterung.

00:31:51: Eroson ist ja immer der Transportprozess,

00:31:54: der Lösungsprozess

00:31:55: vor Ort.

00:31:56: Das ist dann Verwiterungen in dem Fall.

00:31:58: Und klar also Kalkstein sehr anfällig für Lösungsverwitterung.

00:32:04: Das spielt da eine ganz große Rolle, also Verwitterungen durch Regen vor allem.

00:32:10: Also weniger mechanische Verwiterung sondern eher chemische Ver Witterung.

00:32:15: das führt natürlich nochmal zu unterschiedlichen spannenden Phänomenen vor Ort.

00:32:22: Da kommen wir jetzt vielleicht zum Thema.

00:32:24: was auch noch ganz spannend ist oder interessant ist die Hydrologie.

00:32:28: Erinnere dich dran

00:32:29: An die Löcher, du hast immer gesagt.

00:32:34: So meine Aufgabe ist es die Sachen einfach mal einfach zu benennen.

00:32:38: und richtig genau gehen wir also davon weg von davon ob sich diese Kalkschicht mit Verwitterung oder Erosion lösen.

00:32:46: dass das ist das ist richtig.

00:32:48: was du da gerade gesagt hast hat war auch irgendwie ganz.

00:32:50: das war auch faszinierend.

00:32:52: ihr müsst euch vorstellen man stand auf einer

00:32:54: Wiese

00:32:55: Und das war wie so eingedellt Als wäre da irgendwie so ein großer, so eine Riese angekommen und hätte immer mal wieder in den Boden mit seinem Finger Dellen reingedrückt.

00:33:04: Ja was hat's denn mit diesen Dellen noch einmal auf sich?

00:33:07: Und das heißt ja wahrscheinlich schon mal.

00:33:08: sagen wir doch mal damit an dass es wahrscheinlich nicht Delle heißt.

00:33:11: Ja richtig!

00:33:11: Das heißt Doline in der Regel.

00:33:16: Bleiben wir mal in den Kalkalben können dann durchaus mal über so unterschiedliche Phänomene sprechen, die Kalgalben zeichnen sich halt vor allem dadurch aus dass dort eben Gestein hauptsächlich durch Lösungsverwitterung abgetragen wird.

00:33:32: Und das führt halt dazu, dass im Regenwasser ist ein Prozess den man ganz einfach Kalkolensäure-Verwitterungen, der Regenwasse hat immer einen gewissen... Es ist immer leicht sauer und dadurch kommt es zu solchen Lösungsprozessen Und dementsprechend habe ich dort auch ein ganz anderes Abflussverhalten, was hier vielleicht aufgefallen ist und das erklärt diesen Prozess auch so'n bisschen.

00:33:57: Ist dass es in den Kalkalpen deutlich trockener is'.

00:34:00: Also während man in den Zentralalpen quasi fast überall seine Trinkflasche auffüllen kann muss man insbesondere in den Sommermonaten in den kalkalpen wirklich nach fließenden Wasser.

00:34:10: vor allem oben nicht im Tal aber weiter oben in den Bergen muss man wirklich nach Fließendem Wasser intensiv suchen

00:34:16: wahrscheinlich weil's durch irgendwelche versteckten Kanäle, durch genau diese Verwitterungsprozesse sehr schnell plötzlich weg ist.

00:34:25: Richtig!

00:34:26: Genau das Wasser wird dann nämlich durch Klüfte, die sich dann durch diesen Prozess der Kalkolensäure-Verwitterung immer weiter vergrößern abtransportiert.

00:34:36: Aber eben nicht an der Oberfläche sondern im Untergrund.

00:34:39: diese Klüften werden immer größer.

00:34:41: je nachdem wie das Gestein beschaffen ist sind es auch ganze Hohlräume die dort entstehen und wenn die einbrechen alleine schon mechanisch entstehen solche sogenannten Dolinen Also diese Dellen, die du gerade angesprochen hast.

00:34:55: Und das ist ein ganz spannendes Phänomen insbesondere im Kalkstein.

00:35:01: Das ist verhältnismäßig trocken und ja...das führt natürlich zu ganz vielen unterschiedlichen naturräumlichen Bedingungen an, die sich dann auch...und das finde ich ja so faszinierend!

00:35:12: Da sind wir schon bei den ersten Unterschieden Form der Vielfalt während unserer Exklusionsroute über die Alpen, da hat sich natürlich die ganze Pflanzenwelt dran angepasst.

00:35:23: An die Pflanzen haben sich wiederum die Tiere angepasste und an diese ganze Biosphäre dann eben auch der Mensch.

00:35:29: hydrologische Bedingungen ein ganz wichtiges Stichwort.

00:35:33: Ich würde ganz gerne noch, bevor wir weiter voranschreiten in der, ja vor allem Reliefentwicklung der Alpen nochmal eine Sache ansprechen die auch mit Verwitterung aber vor allem auch dem Thema Erosion zu tun hat, denn was mir immer wieder auffällt ist dass man in den Geowissenschaften allgemein insbesondere wenn man sich noch nicht wirklich mal thematisch intensiver mit solchen Themen wie Gebirgsbildung auseinandergesetzt hat häufig die Gebirgsbildung und die Abtragung des Gebirges voneinander trennt.

00:36:09: Und das ist glaube ich ganz wichtig um alle weiteren Prozesse, die wir hier beschreiben oder überhaupt auch Gebirgsbildung allgemein zu verstehen.

00:36:19: Denn bleiben wir bei unserem Sandkastenmodell – da schwächelt das alles tatsächlich immer so ein bisschen weil wir schieben ja in einem sandkastenden Berg auf und erst dann wird er abgetragen!

00:36:28: In der Geologie sind diese Prozese natürlich...

00:36:30: ...gekoppelt.

00:36:32: Erst einmal viel langsamer.

00:36:34: So mehr?

00:36:34: Ja und deswegen alleine deswegen finden ja beide Prozisse immer schon zeitgleich statt.

00:36:42: Und das ist tatsächlich sehr interessant und da können wir durchaus mal über so ein paar Zahlen reden, denn es kommt jetzt vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch die Frage auf ja wie schnell waren denn diese Bewegungsprozesse?

00:36:57: Wie schnell sind beispielsweise die zwei großen kontinentalen Krusten aufeinander gedriftet?

00:37:03: und da redet man von Horizontalbewegungen also horizontal das Aufeinand dazu von maximalraten, von vielleicht nur fünf Zentimetern.

00:37:13: Pro?

00:37:14: Ja!

00:37:14: Das ist schon relativ

00:37:16: viel... Ich wollte gerade sagen das ist ja schon ein Daumen eine Daumelänge.

00:37:20: Jaja, das ist schon relative viel.

00:37:22: Das waren allerdings so die Maximalraten.

00:37:24: wenn wir jetzt von Hebungsraten sprechen dann bewegen wir uns in dem Bereich von wenigen Millimetern pro Jahr vertikal.

00:37:34: Also da sagt man auch Maximalraten von vielleicht fünf Millimetern pro Jahr in den intensivsten Hebungsphasen

00:37:41: und

00:37:43: jetzt aktuell noch Hebungsraten vom Durchschnitt einem Millimeter pro Jahr.

00:37:49: Das sind so Hebungsraten mit denen, Eigentlich so in der Regel Pi mal Daumen sage ich immer ungefähr rechnen kann, auch beispielsweise bei der Bildung des Himalayas.

00:37:59: oder das sind auch Hebungsraten die sich so in diesem Bereich bewegen.

00:38:03: Und die Hebungen entsteht aber weil quasi einfach zwei Massen aufeinandertreffen und das Ganze irgendwo hin ausbrechen muss?

00:38:13: Richtig!

00:38:14: Also ein Auffahrunfall.

00:38:16: Man spricht da bei den Alpen tatsächlich von einem falten Deckgebirge, also das heißt wie beim Auffahrunfall auch.

00:38:23: Da faltet sich erstmal was und das sind dann halt in dem Fall die Gesteinschichten und dann zerbrechen diese eben auch in einzelne Decken, die sich dann noch mal genauer... überschieben.

00:38:36: Das Spannende, wenn man jetzt zurückblickt ins Terziere ist natürlich immer das man eben berücksichtigen muss dass die Erosionsprozesse immer anderen ja nicht Gesetzen unterlagen.

00:38:47: aber im Terzier war es hauptsächlich tropisch.

00:38:50: wir hatten quasi nicht die heutigen klimatischen Bedingungen sondern wir hatten maßgeblich tropische Klimabedingungen.

00:38:57: Also vor fünfzig Millionen Jahren hatten wir Temperaturen, die lagen im globalen Durchschnitt vierzehn Grad höher als heute.

00:39:02: Und unter diesen tropischen Bedingungen sind Verwitterungsprozesse zum Beispiel deutlich

00:39:08: schneller.

00:39:08: Ganz anders als jetzt ja.

00:39:10: Intensiver und dementsprechend sagt man auch das so in der frühen Phase des Terziers wo es sehr warm war noch sich Hochgebirge sowie wie sie heute kennen eigentlich gar nicht wirklich entwickeln konnten

00:39:23: weil sie direkt abgetragen werden könnten.

00:39:25: Weil

00:39:25: die Abtragungsrate oft höher war als die Hebungsrate, der Fachbegriff dafür ist tropoide Alterde.

00:39:37: Ja aber man muss sich das mal vorstellen.

00:39:39: also die Alpen sind ja heute maximal.

00:39:42: wie hoch ist der Mont Blanc?

00:39:43: Viertausend hundertsieben viertausends acht hat fünf Meter hoch.

00:39:46: Also keine fünfte

00:39:47: runter.

00:39:48: wahrscheinlich schrumpft er auch

00:39:49: richtig Aber netto habe ich immer noch eine Hebung.

00:39:54: Aber das Spannende ist, wenn man jetzt mal rechnet kann man ja einfach mal machen.

00:40:00: Man nimmt mal diese diese fünfzig Millionen Jahre und nimmt mal irgendwie eine Hebungsrate an von durchschnittlich einem Millimeter vielleicht oder auch zwei da landet man ich habe das Mal gemacht bei Wenn man diese Hebungsrater annimmt bei einer Höhe von knapp zwanzig Kilometern.

00:40:18: Also die Alpen müssten demnach, es klingt immer so wenig wenn man sagt, die Alpe haben sich mit einer durchschnittlichen Nebung oder mit der Durchschnittliche Höhe von einem Millimeter ein bisschen drüber irgendwie gehoben.

00:40:30: das klingt so wenig.

00:40:31: Wenn man das allerdings multipliziert mit diesen mehreren Zehnen muss

00:40:34: ja

00:40:35: dann landen wir bei einer Höhe vom über zwanzich Kilometer.

00:40:39: und da kommt natürlich zwangsweise die Frage auf wo ist denn der ganze Rest hin?

00:40:45: Ja Wo ist der ganze Rest hin?

00:40:47: Der liegt natürlich irgendwo im Alpenvorland, weil wie gesagt diese zwei Prozesse die dort parallel stattfinden kann man eben nicht voneinander trennen.

00:40:58: Also sprich Hebung und Erosion gehen immer miteinander einher.

00:41:02: und während die Alpen sich langsam Empor gehoben haben im Terziere und darüber dann eben hinaus hat die Erosión hat die Verwitterung immer zeitgleich eine Rolle gespielt dann eben über die Gewässersysteme ins Alpenvorland transportiert worden.

00:41:22: Und das ist total spannend, weil wenn du heute mal irgendwo in Bayern nördlich von München stehst und in die Tiefe borst, dann borst du dort in die sogenannte man nennt das Alpemolasse also in den Abtragungsschut der Alpen mit Mächtigkeiten von bis zu fünf Kilometern.

00:41:41: Also das sind so die maximalen Mächtigkeiten, dieses Abtragungsschutt.

00:41:45: Man muss sich quasi dann vorstellen das war im Alten Vorland ein großes Becken.

00:41:50: Dieses Becken war teilweise mit Wasser gefüllt, dann mal wieder nicht.

00:41:54: Aber dieses Becken wurde quasi kontinuierlich aufgefüllt mit Material und das sind jetzt so diese Maximalraten.

00:42:00: Dieses becken bzw die Mäichtigkeit wird danach Norden immer geringer.

00:42:05: in Baden-Württemberg habe ich Teilweise Mächtigkeiten glaube ich von nur noch drei Kilometern, dreieinhalb Kilometer und je weiter man dann Richtung Norden fährt es so weniger wird das.

00:42:14: Aber das sind... Das ist auch ein Teil der Alpen im Prinzip!

00:42:18: Nur halt dass ja der Abtragungsschutt dessen.

00:42:28: Du hast jetzt als wir über das Relief der Alben gesprochen haben uns vor allem auf diese vereinfacht gesprochenen Aufschiebung- und Aufhaltungseffekte gesprochen.

00:42:38: aber eigentlich war jetzt mit dir auf genug Reisen.

00:42:42: allen von diesen Reisen ist immer eine Sache immernend anwesend gewesen, nämlich das Eis und der Gletscher.

00:42:51: Und ich habe irgendwie so in Erinnerung dass auch der Glettscher zur Bildung des Charakters von Landschaften einen erheblichen Beitrag leisten kann.

00:43:01: Und ich baue die hier mit einer sehr einfacher Rampe.

00:43:04: Schon wieder so eine Rampe?

00:43:05: Genau, so eine einfache Rampe denn... Ich vermute das ist in den Alpen doch genau so oder?

00:43:10: Jetzt ist es natürlich so dass wir jetzt ja gerade eben schon mal gesagt zusammen in Grönland waren auf Spitzbergen und in den alpen.

00:43:17: da

00:43:17: spielen natürlich die Gletscher einen ganz essenziellen Teil in dieser Reliefentwicklung.

00:43:26: Im

00:43:26: Grunde genommen überall alles wird gleiche?

00:43:28: Ja, eigentlich überall ist das Gleiche.

00:43:31: definitiv wenn wir jetzt eine Exkursion nach Westafrika machen würden wäre das anders mit Sicherheit.

00:43:38: aber tatsächlich Wann immer man sich in der Arktis bewegt oder eben irgendwo im Hochgebirge kommt man um die Rolle von Gletschern in der Landschaftsbildung nicht herum.

00:43:51: Insofern, lieber Benedikt frage ich dich jetzt mal... Du hast ja gerade schon erwähnt wir haben jetzt schon so viele Reisen miteinander gemacht.

00:43:59: da ist dann mit Sicherheit auch der eine oder andere Begriff hängen geblieben aus dem Wörterbuch der Geomorphologie.

00:44:06: welche Begriffe fallen die denn jetzt mal so direkt ein?

00:44:10: Nenn mal drei!

00:44:11: Trog-Tal

00:44:13: Da bist du nicht der einzige wahrscheinlich

00:44:15: End.

00:44:16: Moränen, das waren jetzt schon vier.

00:44:18: Trogtal und Entmoräne sind zwei Begriffe.

00:44:21: ich will noch in dritten.

00:44:22: oder weißt du keinen?

00:44:23: Ja weiß keinem!

00:44:25: Wir belassen

00:44:26: es bei den beiden.

00:44:26: okay Trogteil und Entmoräne ja natürlich.

00:44:30: also das Thema Gletscher und eben nicht der eine Gletsche sondern mehrere.

00:44:36: viele Gletschers spielen natürlich bei der Reliefentwicklung der Alpen eine ganz besonders wichtige Rolle Und damit meine ich nicht die heutigen Gletscher oder die Reste davon muss man in den Alpen auch leider sagen, sondern vor allem eben die Gletsche des Pleistocains.

00:44:54: Ich teile doch ganz gerne immer die Entwicklung von Gebirgenden unterschiedliche Phasen und unterschiedliche Kapitel ein und wir haben ja jetzt schon über im Prinzip drei Kapitel bei den Alpen gesprochen, einmal eben diese Dimentation.

00:45:09: Dann ja gut die erste Gebirgsbildungsphase so im Mesozoalcom dann die zweite wo sich dann die Alpen so langsam im Terziere über den Meeresspiegelempor gehoben haben.

00:45:22: also das waren wir schon bei drei Kapiteln.

00:45:23: jetzt kommt aber das vierte.

00:45:25: denn wenn man sich mal die Augen schließt und man bleibt wieder beim Sandkasten und stellt sich die Alpe Einfaches Gebirge mit einem sehr hohen zentralen Bereich und dann so Abdachungen nach Norden und Süden vor.

00:45:40: Dann sind wir ja noch lange nicht bei dem Bild welches man hat, wenn man sich heute eine Reliefkarte der Alpen anguckt oder einfach mit dem Auto ins Intal rein fährt.

00:45:51: Das

00:45:51: kann doch wahrscheinlich alles gar nicht so zerklüftet sein wie es eigentlich aussieht?

00:45:56: Also man darf das auch wieder nicht getrennt voneinander betrachten.

00:46:00: Also das heißt ja zum Beispiel häufig fangen wir so mal an, es heißt jetzt zum Beispiel ganz häufig dass das Intal durch Gletscher geschaffen wurde.

00:46:11: Man liest ganz oft so Naturhistorische Tafeln oder Kapiteln in Reiseführern, wo Dinge sehr vereinfacht dargestellt werden aber oftmals vielleicht auch nicht ganz korrekt.

00:46:22: und das muss man bei diesen großen Tellern auch sagen die sind nicht durch Gletsche entstanden sondern bleiben wir mal beim Intal.

00:46:31: Die Tatsache dass die Grenze zwischen den Kalkalpen im Norden und den Zentralalpen, also diesem Crystalienwalter im Süden genau durchs Intal verläuft ist kein Zufall.

00:46:44: Denn solche geologischen Grenzen sind ja immer Schwachstellen.

00:46:50: dort wo

00:46:51: zwei Platten auseinandergebrochen oder beziehungsweise irgendwelche geologische Schichten auseinander gebrochen sind wo ich so Bruchzonen habe das sind ja einmal Störungszonen Die erst mal anfälliger sind auch für Verwitterung, weil ich meine man stelle sich vor es regnet.

00:47:08: Ich habe halbwegs tropische Klimabedingungen das Wasser sucht sicher seinen Weg und immer den einfachsten Weg Und der ist oft eben entlang solcher Bruchzonen, solcher Störungszone die wiederum vorgegeben werden durch die Geologie also durch

00:47:24: das Gestein was da gerade ist

00:47:26: Genau durch die geologische Struktur und dementsprechend haben sie in den Alpen so die ersten großen Täler nicht durch Gletscher entwickelt, sondern durch Wasser.

00:47:39: Ganz normale fluviale Talentwicklung und du hast jetzt schon einen ganz wichtigen Begriff genannt.

00:47:46: da muss man differenzieren.

00:47:47: ich sage das auch jetzt gerade schon mit einem Schmunzeln weil die Leute die schon mal mit mir unterwegs waren die wissen alle was ein Trogtal ist.

00:47:54: Diejenigen die diesen Begriff jetzt zum ersten Mal hören fragen sich jetzt wahrscheinlich auch was kommt denn jetzt?

00:48:00: aber In der Geomorphologie unterscheidet man zwei Talformen.

00:48:05: Das sind einmal die sogenannten Kerptailer, also oder V-shaped valley und die Trogtailer das sind U shaped valleys.

00:48:16: Die haben so eine U Form.

00:48:18: bei tailern die

00:48:20: durch

00:48:20: fluvial Erosion also durch Wasser Die Erosionswirkung von Wasser entstehen, entwickelt sich so ein typisches Kerptal.

00:48:27: Also wenn wir hier irgendwo im Mittelgebirge unterwegs sind haben die Taylor alle diese V-Formen.

00:48:32: Wenn man jetzt schon mal in den Alpen unterwegs war Insbesondere im Vorfeld von Gletschern oder auch in Skandinavien wird einem auffallen dass die Taylor tatsächlich alle... Wie

00:48:43: viel breiter sind?

00:48:44: ...viel breiter und da finde ich diese englische Formulierung des U shaped valleys finde ich da tatsächlich sehr treffend.

00:48:52: Ja, es ist anschaulicher und das ist ein Trogtal.

00:48:55: Und... Ein Trogteil ist das Ergebnis von glazialer Erosion!

00:49:03: Da sind wir jetzt in einem anderen Kapitel der Erdgeschichte, im jüngsten Kapitel in dem die Alpen quasi so ihren finalen Schliff bekommen haben.

00:49:15: Es fällt mir sehr schwer, dass alles ohne Abbildungen zu verbildlichen mit Worten Aber ich hoffe es gelingt mir.

00:49:23: Und genau aus dem Grund werde ich auch nochmal so ein kleines Abbildungskript zusammenstellen, was wir dann nachher in den Show Notes verlinken dass ihr euch zu den jeweiligen Themen und zu den Schlagworten, die ich hier nenne.

00:49:41: Immer auch nochmal wenn ihr Interesse daran habt mehr so ein paar Abbildungen angucken könnt.

00:49:45: Ich kann jetzt noch nicht weil dieses Dokument noch nicht existiert ganz genau sagen hey in Abbildung drei findet ihr jetzt genau die und die Abbildung aber sucht dann wirklich mal nach dem Schlag Worten in der Abbildungsunterschrift und wenn ihr dann wirklich seht eine Abbildung Beschriftung steht was von Trogthal

00:50:03: Dann wird

00:50:03: es das auch sein?

00:50:06: Aber bevor ich jetzt auf diese unterschiedlichen Talformen eingehe, würde ich tatsächlich an dieser Stelle erst einmal mit dem Pleistozänen also mit diesem neuen Zeitalter beginnen.

00:50:20: Ich hatte ja gerade ihm gesagt grob kann man sich das rasseln, dass jetzt mal so runter.

00:50:25: Ich werde auch mit Sicherheit eine Erdgeschichtliche Zeithafel noch einmal unterbringen wo diese einzelnen Phasen und Epochen auch nochmal beschrieben sind.

00:50:33: ja der grad schon gesagt also das Erdalter-Tum.

00:50:36: dann kam das Erdmittelalter mit Trias Jura Kreide Zeitalter der Dinosaurier.

00:50:42: die sind gestorben vor sixty Millionen Jahren.

00:50:44: da begann das sogenannte Terziere und dieses Terzier Beginnend in vor fünf und sechzig Millionen Jahren war maßgeblich geprägt durch tropische Klimabedingungen, also es war deutlich wärmer als heute.

00:50:59: Und dann so vor dreißig Millionen Jahren begann es aber sich deutlich abzukühlen Schritt für Schritt.

00:51:07: maßgeblich daran beteiligt war zum Beispiel die Entwicklung des antarktischen Eisschildes.

00:51:14: Also die Antarktes hat sich gelöst von den Und in großen Südkontinenten hat sich die heutige Position bewegt.

00:51:21: Ah, und konnte dann da unten das Wasser überhaupt erst aufkumulieren?

00:51:24: Weil wahrscheinlich wenn davor keine Landmasse war...

00:51:27: Das ist ein ganz wichtiger Grund!

00:51:29: Der nächste Grund war halt der, dass sich die Antarktis getrennt hat von Südamerika.

00:51:34: Dadurch konnte sich dieser sogenannte Zirkumpolastrom entwickeln.

00:51:39: Das ist

00:51:41: so ungefähr wie du hast ein Kühlfach.

00:51:43: Du wirst viel Kälte produziert, aber erst wenn du die Tür des Kühlfachts schließt also das ganze thermisch isoliert wird kann sich wirklich erst die Kälte entwickeln, also die Temperatur runtergehen und das sind natürlich dann so Rückkopplungseffekte, die in eine andere Richtung gehen als die Richtung, die wir heute sehen.

00:52:02: Also negative Rückkopflungen in dem Fall.

00:52:05: Je größer die weiße Fläche wird, desto höher wird die Rückstrahlung.

00:52:09: Albedo spielt da ja eine ganz große Rolle des zur Kälterwirts Und das war so ein ganz zentraler Prozess.

00:52:16: und dann kamen noch ein paar andere Prozesse dazu.

00:52:18: Und Ereignisse im erdgeschäfigen Kontext, dass es wirklich signifikant kälter geworden ist.

00:52:24: Und

00:52:24: so ungefähr

00:52:25: vor dreieinhalb Millionen Jahren, da sind wir noch nicht in Pleistor zähnen, erreichte die Temperatur, die durchschnittliche globale Temperatur zum ersten Mal nach wirklich mehreren hundert Millionen Jahren das heutige Temperaturniveau.

00:52:43: Vor zwei Komma fünf Millionen Jahren setzt man einen Punkt, denn da begann das sogenannte Pleistozen.

00:52:51: Weil die Temperaturen dann zum ersten Mal deutlich unter der heutigen Temperatur Niveau abgesagt sind und da reden wir jetzt von einer globalen Durchschnittstemperatur, die so im Bereich von zweieinhalb drei bis maximal vier Grad niedriger lag als die globale Durchschnitztemperatur.

00:53:11: heute Richtig.

00:53:13: Und das waren die sogenannten Eiszeiten, finde ich immer wieder ganz interessant.

00:53:17: tatsächlich an der Stelle wenn man heute ja diskutiert über die globale Durchschnittstemperatur, diskutiert man ja über ähnliche Temperaturbereiche.

00:53:27: Man diskutiert ja auch dahingehend dass man sagt die Temperatur wird Mitte des nächsten Jahrhunderts dreieinhalb vier Grad höher liegen als heute.

00:53:37: Da gibt es ja immer wieder Leute, die das runterspielen.

00:53:39: Wenn man allerdings mal überlegt dass in die andere Richtung ein Temperaturabfall in diesem Bereich also viel grad weniger als heute dazu geführt hat... ...das Eiszeiten ausgelöst wurden und im Prinzip ganz Nordeuropa bis nach Deutschland hin vergletschat war.

00:53:58: Das gleiche gilt für Nordamerika.

00:54:00: auch finde ich es doch immer wieder sehr überheblich zu behaupten, dass die Temperaturentwicklung in die andere Richtung überhaupt keine Auswirkungen auf uns hätte.

00:54:08: Diese vier Grad wärmer, vier Grad klingt da ja tatsächlich nach nichts oder nicht besonders viel wenn man sich mit den SI-Einheiten aus der Thermodynamik irgendwie noch nicht großartig weiter beschäftigt hat.

00:54:22: aber diese vier Grad mehr das muss man sich ja mal überlegen was das für eine gigantische Energiemenge ist, die plötzlich als in Form von Wärme auf den Planeten ja dann mehr einprasselt.

00:54:37: Und wenn wir vorher sagen, wer hat eine Durchschnittstemperatur?

00:54:40: Wo ist hier eher durchschnittstemperatur eigentlich?

00:54:43: Ich kenne nur die Deltas!

00:54:45: Ja so und wenn wir von Fünfzehn auf dann zwanzig Grad mehr gehen... Wenn man sich das jetzt mal zum Beispiel über seinem Tee was da irgendwie vorstellt, wenn man das von fünfzehnt auf zwanzich Grad erhöhen will Welche riesige Energiemenge, also beim Teewasser natürlich nicht.

00:55:00: Aber welche riesigen Energiemengen dann plötzlich im System mehr mit drin ist?

00:55:05: Find ich, gibt das mir zumindest noch mal eine ganz andere Dimensionierung.

00:55:09: weil wenn ich mir vorstelle irgendwas es plötzlich so viel wärmer oder hat plötzlich ein System und plötzlich soviel mehr Energie zur Verfügung Dann passieren Dinge!

00:55:20: Im globalen Verlauf sind ja total viele Sachen in Bewegung.

00:55:25: Das ist natürlich auch eine ganz einfache und naive Vorstellung vielleicht, aber wenn ich mir vorstelle diese Systeme wie die ganzen Polarströme.

00:55:33: Die ganzen Wasserströmen in den Meeren... Da ist plötzlich viel mehr Energie zur Verfügung!

00:55:40: Dann werden Sachen anders ablaufen?

00:55:43: Was weiß ich

00:55:43: meine?!

00:55:43: Ja

00:55:44: klar tun sie ja jetzt schon!

00:55:45: Eben und das wird dann nur noch viel stärker werden.

00:55:48: Das ist der einer Aspekt.

00:55:49: also ich finde diese vier Grad mehr Das muss ja eine riesige Energiemenge sein, die plötzlich im System Planet auf einmal

00:55:59: gebunden ist.

00:55:59: In der Atmosphäre!

00:56:00: Und das andere ist ja das Zeitdelter.

00:56:03: also wenn du sagst nach hinten vier Grad weniger?

00:56:07: Ja in welchem Zeitraum denn?

00:56:10: Damal ganz explizit die Frage man kann.

00:56:12: Es heißt ja immer dass die Gletscher oder auch das grönländische Eis und auch das Eisschild auf der Antarktis Ja dann quasi die Zeitdatenbank des Planeten ist, an Herrn Deradou unter anderem ja so Temperaturverläufe auch irgendwie ermitteln kann.

00:56:26: Und gab's so einen riesigen Temperatursprung von vier Grad innerhalb von hunderthundertfünfzig Jahren?

00:56:32: Ist der das schon mal in irgendeiner Art und Weise irgendwo... Beobachtbar gewesen, dass so der andere Aspekt, den ich mir dabei denke.

00:56:39: Ja das macht es natürlich total interessant.

00:56:42: also da hilft es ja immer in die Vergangenheit zu gucken und sich solche klimatischen Veränderungen dieser immer schon gegeben hat auf unserem Planeten.

00:56:50: Das muss man auch einfach irgendwie sagen.

00:56:52: Das ist ja so eine oftmals missbrauchte Stammtischweisheit die so als Argument gegen den anthropogenen Anteil am Klimawandel verwendet wird.

00:57:04: Ja, Klimawandeln hat es ja immer

00:57:05: schon gegeben.

00:57:06: Ja bei welchem Zeitraum?

00:57:07: Und das sind halt immer dann zwei Fragen, die man stellen muss.

00:57:10: Ah was war der Treiber?

00:57:13: also was hat diesen Klimawandal verursacht?

00:57:15: und vor allem Was war der Zeitraum?

00:57:18: und es gibt in der Vergangenheit ganz spannende Ereignisse.

00:57:22: Also das eine ist natürlich sich dass die klimatischen Veränderungen der letzten fünf, sechszig Millionen Jahre anzugucken.

00:57:30: Also die klimatischen Veränderungen in die andere Richtung.

00:57:32: also warum ist es deutlich kälter geworden?

00:57:34: Weil man daraus eben unglaublich viel lernen kann was auch wiederum missbraucht wird weil ich hatte ja gerade vielleicht schon mal gesagt vor fünf, fünfzig Millionen Jahren war im globalen Durchschnitt schon mal fünfzehn Grad wärmer als heute.

00:57:48: Und da haben auch Lebewesen auf unserem Planeten existiert, die sich unglaublich gut angepasst hatten oder haben an diese Temperaturbedingungen.

00:57:58: aber die haben sich halt einfach über mehrere Millionen Jahre an diese temperaturbedingung anpassen können.

00:58:05: und gleiches gilt zum Beispiel für ein ganz großes Massensterbe-Event zwischen Perm und Trias Also quasi Ende des Erdaltertums, Beginn des Erdmittelalters also mehr so zurückum.

00:58:19: Da gab es schon mal einen Klimawandel paar Exzellents das beste Beispiel für ein Klimawandel wo die Temperaturen wirklich auch so eine Massensterbeereignis ausgelöst haben.

00:58:31: und wir fehlen jetzt da hier gerade die Zahlen und Daten.

00:58:35: was ich allerdings aus diesen Grundlagenvorlesungen in der Geologie immer noch weiß ist dass Die Temperatur zwar acht, neun Grad angestiegen ist und ein sehr großer Anteil.

00:58:48: Also da reden wir wirklich von Achtzig, Neunzig Prozent der Lebewesen.

00:58:52: Da unterscheidet man nochmal zwischen Meereslebewesen und terrestrischen Lebewesen und Arten und Biomasse und und und ausgestorben sind.

00:58:59: aber trotz alledem fand das alles über einen viel größeren Zeitraum statt und nicht in zweihundert Jahren Und das ist natürlich das Besorgnis Erregende.

00:59:10: Ja gut, da war das natürlich jetzt ein anderes Thema

00:59:12: an der Stelle.

00:59:12: Ein riesiges anderes Thema?

00:59:15: Ja kann man gerne auch nochmal eine deprimierende Episode zu machen wobei ich ja auch immer wieder finde man kann dieses Thema auch wissenschaftlich interessant gestalten also aus wissenschaftlicher Perspektive natürlich unglaublich spannend und interessant was da gerade passiert.

00:59:31: aber naja gut anderes Thema Wo waren wir stehengeblieben?

00:59:36: Genau, wir waren stehen geblieben bei der Bildung von Drucktälern.

00:59:41: Ja

00:59:41: im Prinzip mit dem Beginn des Pleistocens vor zwei Komma fünf Millionen Jahren.

00:59:46: da passierte nämlich was ganz Spannendes des Pleistozenen war nämlich die Phase die wir allgemein umgangssprachlich so als die Eiszeit bezeichnen was nicht korrekt ist.

00:59:58: man müsste eigentlich dem Zeitalter der Eiszeiten sprechen.

01:00:02: Man geht heute davon aus, dass es so ungefähr zwanzig Zyklen gab in denen sich Gletscher global immer wieder ausgebreitet und zurückgezogen haben.

01:00:12: Und auch dazu wird's in diesem Skript was ich gerade schon mal angesprochen habe eine Karte geben wo man sich das mal genauer anschauen kann.

01:00:21: oftmals wenn man versucht die Na ja, die Ausprägung der Gletscher... zu verdeutlichen, zu verbildlichen guckt man sich oft Karten an der nordischen Vereisung.

01:00:34: Da sage ich auch immer ganz schön wir waren jetzt noch nicht zusammen in Nordskandinavien aber man konnte wirklich damals von Nordrhein-Westfalen also von hier auf einer geschlossenen Eisdecke bis Nordskandinavien laufen.

01:00:45: Also es war ein riesengroßer Gletscher eine riesengrosse Eismasse die sich eben vom Norden Skandinaviens bis hierher also in der Hochphase nach NRW erstreckte.

01:00:56: und gleiche Eiskappen in der Form gab es auch in Nordamerika, das laurentische Eisschild.

01:01:04: Aber auch isoliert in den kleinen kleineren Hochgebirgen auf unserem Planeten, zw.

01:01:10: auch im Himalaya oder eben in den Alpen.

01:01:13: und ja da gibt es sehr genaue Rekonstruktion

01:01:17: darüber

01:01:17: wie mächtig diese Gletscher waren und vor allem auch wie weit die Gletsche ins Alpenvorland gereicht haben.

01:01:24: Man kann im Prinzip heute sagen, ich verbildliche das noch mal.

01:01:28: Wir stellen uns wieder vor wir beide stehen gemeinsam oberhalb von der Seegrube also Innsbruck Nordkette und blicken ins Intal.

01:01:37: man muss sich vorstellen dass man damals so knapp Oberhalb der Eiskante gestanden hätte.

01:01:42: Also das ganze Intal war in Prinzip gefüllt mit Eis Patscherkofel.

01:01:47: auf der anderen Seite des Tales ist dieses Hausschiegebiet von Innsbrück auch war komplett überformt, also beziehungsweise über Flossen von Eis und der große Intalgletscher flost dann eben über Kufstein raus bis ins Alpenvorland.

01:02:02: Der Chiemsee zum Beispiel ist zurückzuführen auf diese Vergletscherung Und da in diesem Bereich, so nördlich des Chiemsees finden wir auch noch die Großen und da hast du gerade schon einen ganz anderen Begriff genannt Die Entmoränen.

01:02:16: Also den

01:02:16: Abtragungsschutz

01:02:19: nicht nur ein Abtrangerschutz ist falsch.

01:02:21: Ich wollte gerade

01:02:22: sagen, dieses Bild wurde auch ausgeprügelt auf deiner Exkursion.

01:02:26: Richtig

01:02:26: das Material was der Gletscher mit sich mittransportiert und am Ende dort wo er eben dann geschmolzen ist also die Gletschersunge war abgelagert.

01:02:37: Der Gletscha kann ja nur transportieren während er wächst weil wenn er schmilzt, schmilst er halt und dass was er dann vor sich hergeschoben hat bleibt ja dann liegen.

01:02:45: und da sind sie in Morene ne?

01:02:47: Ja richtig genau!

01:02:49: Und das war tatsächlich eine ganz spannende Zeit für die Entstehung und die Entwicklung dessen was wir heute als das Alpen Relief.

01:02:59: quasi also nun, dass das Antlitz der Alpen kennen denn man muss sich im Prinzip vorstellen dass das heutige... Also mein Doktorvater hat immer gesagt Das Bild der Alp wurde akzentuiert.

01:03:16: Im Prinzip haben alle Gipfel, alle Täler schon vor dem Pleistocene bestanden, also die waren schon da.

01:03:26: Aber durch diese riesengroßen Eismassen, die sich dann eben immer wieder während des Pleistozenes entwickelt haben wurden eben diese Täler überformt.

01:03:36: Wir hatten ja gerade schon mal von den Trogthälern gesprochen, bleiben wir beim Beispiel des Inntals.

01:03:41: Das Inntal ist dann eben überformt worden von so einem typischen Kerptal zu so einem breiten Troghtal.

01:03:48: Gleiches gilt auch für die großen Seitentäler.

01:03:50: Bleiben wir auch da wieder in Öztaler Alpen also das Öztal selber und Pizztal und Stubaital und so.

01:03:56: Es waren alles Täler, die dann noch einmal deutlich verbreitert wurden durch die Erosionswirkung der Gletscher.

01:04:05: Ähnliches fand natürlich auch im Bereich der Gipfel und der Gratis statt.

01:04:10: Also, Gipfel wurden versteilt.

01:04:12: Man kennt das ist typische Beispiel welches da in den Lehrbüchern immer wieder aufgeführt wird ist zum Beispiel das Matterhorn.

01:04:21: Das Matterhorn schaute quasi so als Nunatak sagt man, es ist ein Begriff aus dem grönländischen also einen Gipfl der aus der Eiskappe raus schaut, schahte quasi aus der eiskappe heraus.

01:04:35: um das Matterhorn selber flossen, unterschiedliche Gletscher in unterschiedliche Richtungen und haben quasi dann... Und da trifft dieser Begriff auch zu diesen Gipfel, dieses Berg, dieses bergmassiv akzentuiert so herausgearbeitet.

01:04:50: Das sieht man in den Alpen an ganz vielen verschiedenen Stellen.

01:04:54: Ja richtig!

01:04:55: Und das war eine unglaublich spannende Phase auch wissenschaftlich weil natürlich durch die Erkenntnis, die maßgeblich auch in den Alpen in der Forschung vorangetrieben wurde.

01:05:10: Dass das Klima mal deutlich kälter war und dass eben so große Eismassen... Ich meine wir reden davon Gletschern mit einer Mächtigkeit von teilweise über zweitausend Metern in den alpen.

01:05:21: Das ist unfassbar.

01:05:23: wie viel ja du hast gerade schon von Energie gesprochen aber auch wieviel Wasser da drin gebunden ist was natürlich unterschiedliche Effekte hat auf dem Meeresspiegel.

01:05:31: und Aber diese Erkenntnis hat natürlich einiges ausgelöst in der Wissenschaft, denn das führt natürlich oder sagen wir es mal anders.

01:05:44: Die Erkennung ist darüber dass die klimatischen Bedingungen immer Schwankungen unterliegen, führt natürlich dazu, dass man auch die Biologie also die Anpassung der Arten und die Entwicklung der Artezusammensetzung plötzlich in einem ganz anderen Kontext betrachten

01:05:58: muss.

01:06:00: Du hast jetzt gerade gesagt, der Gletscher hätte sich bis zu zwanzigmal ausgebreitet und wieder zurückgezogen.

01:06:14: Wie ist das denn eigentlich passiert?

01:06:16: Das habe ich gesagt!

01:06:17: Richtig, dass was man heute weiß, das ist ja auch immer wichtig... Man schmeißt immer mit so unglaublich vielen Fakten um sich und heute weiß man einfach vor zwei fünf Millionen Jahren begann das Pleistuzänen.

01:06:31: Dann haben sie die Gletscher bis zu zwanzigmal ausgebreitet wieder zurückgezogen.

01:06:35: es gab die glatziale also die kaltphasen dazwischen gab's halt warmphasen da wars halt auch mal wärmer als heute.

01:06:40: und warum ja?

01:06:42: genau dass ist natürlich das interessante.

01:06:44: und man darf nicht vergessen, Und das ist jetzt vielleicht nochmal so ein kleiner wissenschaftlicher Exkurs, der aber auch zumindest was für die Wissenschaftsgeschichte betrifft in den Alpen verortet werden muss.

01:06:57: Weil da eben sehr viel dazu geforscht wurde.

01:06:59: Der aber auch zeigt wieviel Arbeit und wie

01:07:04: viele Beobachtungsgabe

01:07:06: auch dahinter steckt dass man überhaupt erst so eine Theorie, die er jetzt allgemein anerkannt ist, aber überhaupt so eine theorie entwickeln kann mal einfach vorstellen was das zu dieser zeit bedeutet hat.

01:07:19: also versetzte ich jetzt einfach mal zurück ins achtzehnter jahrhundert wo schon die ersten wissenschaftler naturforscher sich die frage gestellt haben wie bestimmte gesteine an bestimmte Orte gekommen sind, die dort gar nicht hingehören.

01:07:38: Einfaches Beispiel in Nordeuropa fährst jetzt mal nach Rügen da findest du überall sogenannte Findlinge auch hier im NRW und das wusste man damals schon weil man ein Erdgeschichtlich also dann in der Naturforschung diskriptiv gearbeitet hat.

01:07:53: Also man hatte halt einfach irgendwie beschrieben, kartiert, geguckt und man wusste hey das ganze Zeug kommt ihr gar nicht her Das sind Gesteine, die kommen eigentlich aus Skandinavien.

01:08:02: Wie kommen sie hierhin?

01:08:03: Und naja... Die ersten Erklärungsversuche kamen dann eben

01:08:09: vor allem

01:08:11: aus der Richtung der Kirche wo eben ganz klar versucht wurde das beispielsweise mit der Sinnflut zu erklären.

01:08:20: Ich dachte Würfeln!

01:08:21: Gott hat gewürfelt und seine Brücke liegen lassen.

01:08:24: Es war schon ein bisschen physikalischer, also die Sinnflut macht ja da durchaus Sinn.

01:08:30: aber damit haben sich viele Naturforscher eben nicht zufrieden gegeben und immer weiter gearbeitet geforscht und geguckt und insbesondere Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und da sind wir jetzt im Alpenraum oder bleiben auch im Altenraum ist was ganz Interessantes passiert Mitte des Neunzehn-Jahrhunderts, Achtzehnhundertfünfzig endete eine kleine Kaltphase, eine kleine kalte Phase im Spätenmittelalter die sogenannte kleine Eiszeit.

01:08:56: Die Ende der Achtzehnfünfzig und da haben sie ja nicht so im gesamten Alpenraum die Gletscher nach und nach zurückgezogen.

01:09:03: Der Kalt-Phase?

01:09:05: Am Ende dieser Kaltphase.

01:09:07: Achso, ja!

01:09:07: Acht Zehntundhundhundert Fünfzig Und das war ne ganz interessante Phase in den Alpen.

01:09:12: Da begannen nämlich zwei Dinge a. Began so der moderne Alpinismus also die Menschen sind plötzlich Mehr zu ihrer Freizeitgestaltung kann man ja so sagen, eroberung der Gipfel in die Alpen gezogen.

01:09:26: Das war so die Phase.

01:09:27: da haben sich die Alpenevereine gegründet.

01:09:29: Der Elpeinklub der Deutsche Alpenverein, der österreichische Alpen-Verein zuerst sogar.

01:09:35: aber es gab auch die ersten großen Naturforscher, die ihn den Alpen

01:09:41: versucht

01:09:42: haben Die Gletscherdynamik zu verstehen, indem sie eben diesen Rückzug beobachtet haben und vor allem aber beobachtet haben was denn die Gletscher so zurücklassen.

01:09:53: Du musst dir jetzt vorstellen in so einem Alpental wandern wir jetzt mal gemeinsam zum Hintereisferner im Rofental.

01:10:01: der lag so gute vier Kilometer weiter vorne als heute und hat sich dann eben nach und nach zurückgezogen mit dem Ende dieser relativ langen konstanten Kaltphase.

01:10:13: Und jetzt musst du dir vorstellen, ein Gletscher ist so ein bisschen wie einen Förderband.

01:10:19: der kommt aus seinem Akkumulationsgebiet dort wo eben mehr Schnee fällt als das in den Sommermonaten der Schnee schmelzen kann.

01:10:28: also ich habe eine positive Schneebilanz und es dann verhält sich im Prinzip plastisch.

01:10:34: er fängt da nämlich irgendwann an zu fließen Der fließt durch das Tal abwärts

01:10:40: über

01:10:40: so eine Gleichgewichtsgrenze, die vor allem durch die Temperatur und durch die Schneenachlieferung bestimmt wird hinaus.

01:10:47: Und schmilzt dann irgendwann ab.

01:10:49: also irgendwann fliesst er nicht mehr weiter.

01:10:51: Er bewegt sich aber trotzdem in der ganze Zeit.

01:10:55: Der Gletscher bewegt sie wie ein Förderband.

01:10:57: Das stagniert an einer Stelle Aber ist irgendwann einfach zu Ende.

01:11:03: Die ganze Zeit fällt natürlich

01:11:04: Schutt

01:11:05: und Material auf diesen Gletscher von den Hängen der Berge.

01:11:09: Und dieses Material führt der Gletschermit sich mit, und am Ende dort wo die Gletsscher-Zunge ist, dort wo der Glätscher stagniert wird dieses Material abgelagert.

01:11:19: Das was dort abgelagert wird bezeichnet man als Moräne.

01:11:23: Das sind so diese großen Endmoränen.

01:11:26: Jetzt hat man unterschiedliche Beobachtungen miteinander verknüpft.

01:11:34: Denn diese Frage, die zum Ende des achtzehn Jahrhunderts gestellt wurde, diese Frage danach wie den Gesteiner aus dem inneralpinen Raum ins Alpenvorland kommen, die stand ja noch im Raum.

01:11:46: Die wurde ja nie beantwortet.

01:11:47: Es gab erste Naturforscher wie Louis Agassiz der zum Beispiel formuliert hat das es Gletscher gewesen sein könnten.

01:11:56: Das wurde aber nie weiter wirklich bewiesen und untersucht.

01:11:59: Und

01:12:00: jetzt hat man Die Erkenntnisse aus dem Inneralpine-Raum, also wir waren ja gerade am Hintereis Ferner quasi ins Alpenvorland übertragen und hat halt gesagt er passt auf.

01:12:11: Wenn Gletscher in der Lage sind großes Gesteinsmaterial zu transportieren wenn Gletscha in derlage sind solche moränen Züge aufzuschütten dann müsste

01:12:23: man

01:12:24: nach dieser Theorie eine ähnliche Abfolge von Formen und

01:12:29: Strukturen

01:12:31: die im Gletschervorfeld, im Inneralpine-Bereich zu finden sind ja auch im Alpenvorland.

01:12:36: Und die Naturforscher der damaligen Zeit, also Penck und Brückner zum Beispiel waren zwei Geomorphologen, die haben sehr viel im Alten Vorland kattiert und haben irgendwann erkannt dass in Prinzip die gleiche Abfolge an Strukturen, die man im Vorfeld eines Gletschers erkennen kann, die sich eben seit achtundhundertfünfzig alle zurückgezogen haben dass man diese gleiche Abfolge, die die Forscher damals als glatiale Serie bezeichnet haben.

01:13:06: Zumindest in ihrer Großform auch im Alpenvorland finden kann.

01:13:10: Also man hat durch Kartierungen also erst mal durch reine Relief-Kartierungen, also durch Gelände Oberflächen, Geländestrukturen und Gelände Formen auf einmal erkannt.

01:13:20: hey hier am Chiemsee

01:13:22: das gehen wir noch

01:13:24: Ja, das kennen wir doch.

01:13:25: Um den Chiemsee herum finden wir nämlich eine Verkettung aus unterschiedlichen Höhenzügen erzeugen die genau die gleiche Form und Struktur haben wie die Moränen, die wir im Inneralpine Bereich finden.

01:13:38: Und dazu dann natürlich alles gespickt mit diesen Findlingen, die eigentlich auch aus dem Inneralpinbereich kommen.

01:13:44: Und man muss ja halt vorstellen was das für ne

01:13:46: Beobachtungsgabe

01:13:47: voraussetzt also diese Theorien danach und nach zu entwickeln Und daraus eben auch abzuleiten, ja das... und das finde ich immer wieder so faszinierend.

01:13:59: Du musst dir da halt vorstellen also die Wissenschaftswelt hat genau diese Theorien nicht mit offenen Armen willkommen geheißen sondern da kam enorm viel Gegenwind.

01:14:15: Gibt es ganz viele kleine Details, die da eine große Rolle gespielt haben.

01:14:19: zum Beispiel zu beweisen dass es sich dabei um Moränen handelt ist auch wieder so ein ganz spannendes Thema.

01:14:25: Denn da muss man auch wieder quasi Wissen aus dem Inneralpine Bereich übertragen.

01:14:31: denn wenn du dir mal moränen Material anguckst von diesen großen Endmoränen der Gletscher von Achtzehnfünfzig Da fällt eine

01:14:38: Sache auf

01:14:39: und das ist total interessant!

01:14:40: Das ist quasi wie so einen sedimentologischer Fingerabdruck Moränen sind immer völlig unsortiert.

01:14:48: Da denkt jetzt jeder, der sich mit diesem Thema noch nicht auseinandergesetzt hat was erzählt er denn da?

01:14:52: Aber jetzt pass auf wenn immer Gesteinsmaterial transportiert wird ob durch Wasser oder gravitativ bei einem Bergsturz oder sonst irgendwo findet eine Sortierung

01:15:04: statt.

01:15:05: Ja, weil alles ja tatsächlich mit der Masse abhängig ist.

01:15:08: Wenn es gravitativ ist oder vom Fluss also wenn du halt eine konstante Schließgeschwindigkeit hast und dein Stein schwerer ist dann bleibt er weiter vorne liegen als der kleine Leichte?

01:15:16: Ja richtig!

01:15:17: Und genau das gleiche ja sogar wenn ich jetzt irgendein... Das Beispiel verwende ich häufiger Ich nehme irgendeinen Heterogenes-Gemisch aus Kies, aus Sand, aus Schluff, aus Ton in meine Hand und puste einmal rein.

01:15:29: In den Moment in dem ich da reinpuste habe ich schon eine Sortierung.

01:15:33: Und Moränenmaterial ist tatsächlich das einzige Material, was halt gar keine Sortierungen aufweist.

01:15:38: und das ist zum Beispiel ein ganz wichtiges Argument in dieser Kette weil wenn dir dann nämlich einen anderer Wissenschaftler sagt hey diese Höhenzüge können sonst etwas sein?

01:15:48: Das müssen keine Moräne sein!

01:15:50: Du bohrst aber da rein und zeigst dass die Zusammensetzung, die Summenkurve dieses Materials exakt dem einer Morähne entspricht ist es natürlich ein unglaublich gutes Argument.

01:16:03: Und mit solchen Argumenten und da sind wir ja noch lange nicht in der Physik, in der Chemie und reden nicht über Isotope oder sonst irgendwas sondern wir reden ja wirklich einfach nur von Kartierungen Beobachtung und Schlussfolgerungen.

01:16:16: und damit wurde dann wirklich Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bewiesen, rein argumentativ-deskriptiv noch das Irgendwann, das konnte man zeitlich noch nicht datieren so richtig.

01:16:29: Aber mal riesengroße Gletscher den gesamten Alpenraum und dann eben auch parallel dazu... ...den gesamten nordeuropäischen Raum und auch dem gesamten Nordamerikanischen Raum bedeckt haben Und das hat natürlich alles über den Haufen geworfen.

01:16:44: Jetzt habe ich da eine grundlegende Frage.

01:16:46: Ich wollte

01:16:46: gerade tatsächlich sagen, wir kamen ja eigentlich von der Schwankung.

01:16:50: Ja und jetzt hast du es doch erst beschrieben wie die Schwankungen denn überhaupt deeskriptiv überhaupt beschrieben?

01:16:58: Es ist ja durchaus wichtig das zu wissen.

01:17:02: Denn was man dann im nächsten Schritt festgestellt hat war dass nicht nur einen Moränenzug gab, sondern man hat auch noch einen zweiten moränen Zug identifizierte.

01:17:13: Der deutlich weiter war als der erste und im Prinzip auch noch ein dritten.

01:17:18: Und was man auch festgestellt hat war dass

01:17:21: die

01:17:22: Bodenbildung sehr langsamer Prozesse in dem sich Böden entwickeln organisches Material anreichern verbraunen usw.. dass die Bodenbildung in den moränen Zügen, die weiter vom Alpenrand entfernt lagen deutlich weiter vorangeschritten war als in den Moränenzügen davor.

01:17:42: Und daraus hat man im geschluss folgert hey es gab anscheinend nicht nur eine da kam der Begriff zum ersten mal Eiszeit sondern es gab mehrere Eiszeiten und die älteren Eiszeite waren Auch Phasen, in denen die Gletscher deutlich größer waren.

01:17:58: Also sich deutlich weiter ausgebreitet haben ins Alpenvorland.

01:18:03: und ja da hat man dann zum ersten mal angefangen zu verstehen dass das eben Schwankungen waren, die unterbrochen wurden von warmen Phasem.

01:18:12: Heute sagt man eigentlich immer also wenn man über Eiszeiten redet In Nordeuropa ist es immer Elster, Sale, Weichsel.

01:18:19: Weichsel war die letzte Eiszeit, die endete vor achtzehntausend Jahren mit dem letzten glatialen Maximum.

01:18:26: In den Alpen ist es eigentlich vier Günsts, Mindelriss und Würm Die Würmeiszeit das Equivalent zu dieser Weichgel Also vor achtzehntausend Jahren und dann zogen sich die Gletscher langsam eben zurück.

01:18:39: Und die große Frage danach oder war natürlich auch, ist nach wie vor mittlerweile hat man sie beantwortet aber sie steht ja noch zwischen uns beiden zumindest hier?

01:18:48: Wie kam es zu diesen Schwankungen?

01:18:50: was man heute weiß isst das... eigentlich in unserer Erdgeschichte kontinuierlich zu klimatischen Schwankungen kommt.

01:19:00: Es gibt einmal diese großräumigen Schwankung, die ich gerade beschrieben habe, die vor allem auf Verschiebungen der Kontinentalmassen auf große vulkanische Aktivität oder eben auf den Menschen zurückzuführen sind, der CO² in die Atmosphäre bläst.

01:19:15: Aber es gibt auch diese kleinen rhythmischen Schwankungen, die vor allem auf astronomische Konstellationen zurückzufühlen sind und die nennt man die sogenannten Milankovic-Zyklen.

01:19:28: Milankovich war eigentlich, ich glaube er war sogar Ingenieur.

01:19:34: unterschiedliche Faktoren gibt.

01:19:35: Ich kürze das jetzt ab, einmal quasi die Erdachsneigung zur Sonne, die schwankt.

01:19:41: also die Neigung der Erde zu Sonne ist nicht immer gleich.

01:19:44: dann Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ist auch abhängig von den Anziehungskräften der anderen Planeten in unserem System, die schwankt auch.

01:19:54: Und dann gibt es noch so eine Pendelbewegung, in der sich die Erde dreht, die variiert auch nochmal.

01:20:00: und wenn diese Faktoren alle zusammen in unterschiedlichen Konstellationen auftreten, ist das eben rhythmisch In so Zeiträumen von vierzigtausend Jahren bis zu hunderttausenden Jahren mal kälter und mal wärmer.

01:20:12: Und

01:20:12: warum hat das in den Zeiten nicht so reingekickt als es zehn, fünfzehn Grad Mittelwärmer waren?

01:20:19: Als jetzt?

01:20:19: Naja letztendlich musst du dir also zwei Dinge einmal vorstellen Es war allgemein wärmer Die Schwankungen gab es auch

01:20:29: damals.

01:20:30: Ja muss ja

01:20:31: Genau, die Schwankungen gab es auch damals.

01:20:33: Auch die Temperaturschwankungen.

01:20:35: Es war allerdings deutlich wärmer hast du ja gerade gesagt und dadurch konnten sich halt Gletscher überhaupt erstmal A nicht ausprägen, nicht entwickeln.

01:20:45: Und jetzt musst du dir natürlich vorstellen diese Amplitude also diese Schwankungsintensität nimmt natürlich wenn sich eine Eismasse bildet nochmal deutlich zu.

01:20:55: Die Eismasse hat sich gebildet, indem die Antarktis in Südamerika abgebrochen ist.

01:21:01: Ja also das war so der Beginn der Phase auf unserem Planeten wo es halt deutlich kälter geworden ist.

01:21:06: aber letztendlich musste dir halt vorstellen sobald du Eis eine weiße Fläche auf unseren Planeten hast wird diese Schwankung und die Amplitude in dieser Temperaturschwankung einfach noch einmal verstärkt weil wenn's warm ist geht die Temperatur einfach nur rauf und runter die sich noch mal rückoppeln, also diese Rückkopplungseffekte.

01:21:27: Die hast du halt nicht.

01:21:28: und bei einer Gletscherfläche sind die Effekte alleine dieser Eisfläche, die ja ganz viel Energie reflektiert nochmal deutlich intensiver und das verstärkt sich gegenseitig.

01:21:45: Ich habe als ich mal nach SoSofanfechts für den für die heutige Folge irgendwie gesucht habe bin ich über dem Gletschafloh

01:21:53: gestolpert

01:21:54: Ein kleiner Flow, z.B.

01:21:57: in dem Paperstand.

01:21:58: streng genommen ist es kein Flow sondern ein Schwanzspringer aber eine Evolution davon die sich so weiterentwickelt hat dass sie auch auf dem Gletscher bei minus sechzehn Grad offensichtlich noch freundlich hin und her hüpfen kann ohne eine Kältestarre zu verfallen.

01:22:15: Und wie ist das denn einfach mal als Beispiel ausgehend von diesem Gletscharflow?

01:22:19: Wie ist das denn überhaupt im Bereich der Gletscher gewesen?

01:22:23: Wie haben sich denn da überhaupt verschiedene Arten irgendwie ausgebildet, oder was konnte man anhand dessen sowieso auch irgendwie anhand von bestehenden Theorien über die Arten noch mal Neues lernen.

01:22:34: Du willst jetzt auf die Lebenswelt in den Alpen während des Pleistocens wahrscheinlich hinaus... also ich mein Man muss natürlich davon ausgehen, das hat nicht so ausgesehen wie heute ging ja auch nicht.

01:22:47: Ich meine letztendlich waren die Alpen ja komplett vergletschert.

01:22:50: ich weiß gar nicht ob der Gletscherfloh zu dieser Zeit schon existiert hat.

01:22:55: Das wäre... nein aber das wäre tatsächlich mal eine ganz interessante Frage.

01:22:58: denn was man in dem Zusammenhang nicht vergessen darf und ich hatte es ja vorhin Ausgangs schon einmal erwähnt dass diese Eiszeittheorien Ja, ganz viel über das Erkenntnis über das Paleo-Klima also das Klima in der Vergangenheit zugelassen haben.

01:23:19: Ganz viele neue Erkenntnisse und auch Perspektiven auf unsere Erdgeschichte zugelassene haben sich jetzt endlich auch in der Biologie und vor allem in der Evolutionstheorie niedergeschlagen haben.

01:23:33: Denn du musst ja einfach mal davon ausgehen dass große klimatische Schwankungen sich natürlich enorm auf die Biosphäre auswirken.

01:23:42: Und das war natürlich während des Pleistocens auch so.

01:23:44: und wenn du dir mal die heutigen Arten, insbesondere die Arten in der Arktis oder auch im Alpinenbereich also den Alpen anschaust dann sind das alles Arten größtenteils, auch erst während des Pleistocens in diesen Phasen zwischen den großen Vergletscherungen entwickelt haben.

01:24:03: Weil es ist natürlich für die Evolution ein enormer Motor.

01:24:08: Da sind natürlich Arten dazu gezwungen sich anzupassen zu entwickeln ihre Lebensräume zu verändern und das ist während des pleistocents natürlich ja enorm vorangetrieben worden musste.

01:24:19: einfach mal vorstellen was passiert mit den Vegetationszonen?

01:24:26: Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass zum Beispiel eine große Eiskappe von Grönland – also ein großer Gletscher nicht von Grünland oder Nordskandinavien nach Deutschland, bis nach Schleswig-Holstein in der letzten Vereisungsphase und darüber hinaus.

01:24:43: Also in den vergangenen Phasen sogar bis nach NRW reichte die ganzen Vegetationszone also im Prinzip die Tundra.

01:24:49: Also diese baumlose Tunnradiduya von Spitzbergen kennst wir waren ja gemeinsam da.

01:24:56: so sah unser Lebensraum aus.

01:24:58: So sah es in Deutschland aus.

01:25:00: hier sind Rentiere durch die Gegend gezogen und diese ganzen Arten die wir heute aus der Arktis kennen haben im Prinzip Und deswegen sage ich ja immer, wenn wir heute in die Arktis reisen ist das so als würden wir unsere eigene Vergangenheit zurückreisen.

01:25:14: Aber du musst natürlich auch davon ausgehen, hätte gesagt im Terziere also noch vor dem Pleistocene vor zwei Komma fünf Millionen Jahren hatten wir natürlich eine bestehende Vegetation hier in Deutschland.

01:25:26: Wir hatten Arten wie zum Beispiel der Ginko.

01:25:31: war hier heimisch Sekäuer

01:25:33: Sequoia National Park?

01:25:35: Ja genau, also im Prinzip der Mammutbau.

01:25:38: Der war hier heimisch den gab es hier.

01:25:40: Aber Ginkgo gibt's auch noch hier?

01:25:41: Nein!

01:25:42: Jetzt sag nicht du hast ein Ginkko bei deinen Eltern im Garten Doch.

01:25:46: Ja, aber der kommt nicht natürlich hier.

01:25:47: Ach

01:25:48: so?

01:25:48: Okay ja!

01:25:50: Also wir haben auch einen Mammutbaum im Garten, ein ziemlich großen sogar, aber die sind dann wieder hier angepflanzt worden.

01:25:56: Aber das waren die natürlichen Waldbestände bestanden eben aus diesen Bäumen, aus diesen Arten.

01:26:03: Liquidam war hier dieser amerikanische Ambarbaum wie gesagt Mammotbaum, Ginko... Die wurden Dann mit dem sich verschlechternden, also verschlechtern mit dem kälter werdenden, genau.

01:26:15: Klima nach Süden verdrängt und jetzt wird's ganz interessant!

01:26:19: Also es ist nur ein kleiner Ausflug in diesem Teil der Biologie.

01:26:23: aber stell dir einfach mal vor das Klima... ich will immer sagen verschlechtert sich, aber die verkältet sich ab.

01:26:32: Das Klima kühlt sich ab und diese Bäume, die natürlich an diese tropischen wärmeren klimatischen Bedingungen angepasst waren, müssen ja mit allen anderen Arten

01:26:44: irgendwie

01:26:44: in Richtung Süden ausweichen.

01:26:46: So und auf einmal hast du da diese West-Ost verlaufende Barriere der Alpen.

01:26:53: Und es gab einige Arten die haben es über die Alpen drüber geschafft.

01:26:58: Es gab auch niedrigere Pässe und so wo die Pflanzen ihren Weg finden konnten dann war's ja auch immer eine Frage wie schnell ist Diese sind diese klimatischen Veränderungen vorangeschritten und wie schnell konnten die Pflanzen quasi über Alpen flüchten.

01:27:14: Aber es gab auch Arten, die haben das nicht geschafft in Richtung Süden auszuweichen.

01:27:19: Ginko zum Beispiel gehörte dazu.

01:27:21: also meines Wissens nach hat es Ginkoo nicht geschafft die Alpen Barriere zu überwinden.

01:27:27: Zekäuer hat es tatsächlich geschafft Kleinen Bereichen im Norden Italiens noch so Inseln gesucht und ist da auch geblieben, aber hat quasi den Weg zurück nicht mehr geschafft.

01:27:40: und ist dann dort auch ausgestorben, weil Mammut gibt's nicht mehr.

01:27:45: Gibt sie mehr?

01:27:45: Ja, aber das sind dann Arten.

01:27:47: die haben vielleicht teilweise den Weg rüber geschafft aber nicht mehr zurück und somit hat sich die Artenvielfalt und da wird es ganz spannend hier in Europa durch die Eiszeiten während des Pleistoziums enorm verringert!

01:28:01: Weil jetzt guck mal nach Nordamerika was ist da passiert?

01:28:03: da hattest du diese großen Gebirgs-Bahieren nicht.

01:28:07: Du hast im Prinzip die Nordweste, nein, nicht Nordwesten, die Nord-Süd verlaufenden Kaskaden, Rocky Mountains... Genau!

01:28:13: Die

01:28:13: laufen ja quasi um neunzig Grad gedreht.

01:28:16: Richtig und da haben die klimatischen Veränderungen letztendlich die Arten einfach nur in Richtung Süden verdrängt?

01:28:22: Dann wurde es wieder wärmer und dann

01:28:24: kommen die arten

01:28:25: wieder.

01:28:26: Und deswegen hast du eine viel größere Artenvielfalt in vielen Bereichen also der Florian Fauna in Nordamerika als hier in Mitteleuropa.

01:28:36: Das

01:28:36: hat

01:28:38: natürlich mit diesen klimatischen Veränderungen während des Pleistocents zu tun, aber vor allem eben auch mit den Alpen.

01:28:44: Da wird es jetzt ganz interessant und da kommen wir jetzt so langsam von dieser Relief-Entwicklung der Alpen wo natürlich die Gletschanne enorm große Rolle gespielt haben hin zu den Alpens als Lebensraum wie wir ihn heute kennen.

01:28:58: denn Es ist dann wärmer geworden und es haben sich viele dieser Arten, die aus dem Norden verdrängt wurden.

01:29:06: Aus den Steppen und sonst woher?

01:29:08: Also da gibt's ganz viele verschiedene Beispiele.

01:29:11: Haben sich in den Alpen ein neues Refugium gesucht?

01:29:15: man spricht davon Eiszeitrelikten.

01:29:18: Da gibts ganz viele bekannte Beispiele eigentlich so die bekanntesten.

01:29:21: das Momeltier zum Beispiel war in den alpen vor den Gletschern nicht heimisch.

01:29:28: Das betrifft den Edelweiß zum Beispiel, also die bekannteste.

01:29:32: Ich wollte

01:29:32: gerade sagen das ist ja der Edelweis, es ist ja die Alpenblume?

01:29:35: Ja,

01:29:36: aber interessant ist ja

01:29:37: z.B.,

01:29:37: wenn du durch die Mongolei oder durch die kirgisische Steppe reittest findest du überall tatsächlich EdelWeiß und nicht nur eine Art sondern mehrere Arten und bei uns ist ja nur diese eine Art Und Edelweiß ist quasi durch, also während dieser Zeit, während der Phase erst hier eingewandert.

01:29:55: und diese ganzen anderen Arten wie zum Beispiel das Schneehun.

01:29:59: Auch immer Arten die du eigentlich in der Tundra findest.

01:30:03: Du hast ganz viele Arten, die du auf Spitzbergen z.B.

01:30:05: findest, die während der kalten Phasen als eben in Deutschland Tundras war heimisch waren dann es wärmer geworden ja.

01:30:14: aber was passiert mit diesen Arten?

01:30:16: Die können entweder nach Norden ausweichen also zurück in die Arktis, in die heutige Arktist wandern oder in die Klima-Stufe oder Vegetationsstufe der Alpine Stufe in den Alpen.

01:30:30: Also oberhalb der Baumgrenze.

01:30:31: da haben sie ihr Refugium gefunden indem quasi die klimatischen Bedingungen ähnlich waren zu ihrem ursprünglichen Habitat und da kommen jetzt noch isoliert fort.

01:30:41: zum Beispiel die Zirbe Kennst du ja auch aus den Zentralalpen?

01:30:45: Riecht ganz gut, ja.

01:30:46: Ja genau.

01:30:48: Sauna aufgerust und so.

01:30:49: Und Schnaps!

01:30:51: Richtig die Zirbe ist auch ein Eiszeit-Relikt.

01:30:54: Die haben da ihre Fugium gefunden und somit hat dann ein neues Kapitel begonnen mit dem Ende des Pleistocens.

01:31:04: man sagt das letzte glatiale Maximum war vor ... und damit eröffnen wir eigentlich ein neues Kapitel in der Geschichte der Alpen, in dem jetzt vor allem dann der Mensch auch zunehmend eine Rolle spielt.

01:31:30: Den Menschen wollen uns aber lieber aufsparen für die nächste Folge?

01:31:35: Hier würden wir einfach mal einen logischen Schluss setzen... Und

01:31:40: die

01:31:41: Orthogenese der Alpen an der Stelle für beendet erklären zumindest was diesen Podcast angeht denn das ist natürlich ein kontinuierlicher Prozess wie wir gelernt haben, der auch noch immer weiter voranschreitet und in der nächsten Folge dann auf die kulturelle Nutzung des Alpenraums eingehen.

01:32:02: Ich glaube

01:32:03: ich habe dem nichts hinzuzufügen Um vielleicht auch noch mal zu teasern.

01:32:08: aus meiner Perspektive, ich sag ja immer wieder gerne... Ich glaube das hatte ich schon am Anfang gesagt.

01:32:14: Die Alpen sind heute eine Kulturlandschaft und über die Entwicklung dieser Kulturlandschaft wollen wir beim nächsten Mal nachdem wir uns jetzt eben viel über die Entwicklungsnaturaums unterhalten haben etwas

01:32:26: intensiver unterhalten.

01:32:27: Wir bedanken uns herzlich für eure Aufmerksamkeit und hoffen, dass euch die Folge Beziehung gefallen hat.

01:32:32: Und würden uns freuen wenn ihr uns weiter empfehlt und auch beim nächsten Mal wieder einschaltet!

01:32:36: Bis dahin Tschüss.

Über diesen Podcast

André Baumeister ist Gründer von FRAM, einer Plattform für wissenschaftlich geführte Reisen & Expeditionen. Reisen sind hier der Weg zu einem besseren Verständnis dieser Welt, und einer nachhaltigen Nutzung ihrer Ressourcen. Hierfür betreibt FRAM ein weltweites Netzwerk an Wissenschaftlern und Experten zu zentralen Themen für Gegenwart und Zukunft. Geowissenschaftler, Biologen, Umweltschützer, Landwirte oder Betreiber gesellschaftlich relevanter NGOs tragen ihr Wissen während der unterschiedlichen Reiseprojekte zusammen.
Diesen Menschen möchten wir hier eine weitere Plattform für Ihr Wissen, ihre Mission oder ihr Abenteuer geben. André Baumeister berichtet und interviewt zu allen Themen und Fragen die FRAM miteinander vereint.

von und mit Dr. André Baumeister

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